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Marques de Riscal – Die Avantgarde aus Elciego

Die Geschichte der Bodega Marqués de Riscal geht bis in das Jahr 1858 zurück, als der Edelmann Guillermo Hurtado de Amézaga im kleinen Örtchen Elciego das Weingut gründete. Schon vier Jahre nach der Gründung wurden die ersten Rotweine mit dem Etikett Marqués de Riscal abgefüllt und vertrieben. Der Erfolg stellte sich rasch ein und die Bodega expandierte. 1883 wurde sie um das Weingut El Palomar erweitert und kaum mehr als 10 Jahre danach gelang Marqués de Riscal ein kleines Wunder: Auf der damals höchstangesehenen Weinaustellung in Bordeaux gewann Riscal als erstes nicht-französisches Gut das bordelaiser Ehrendiplom. Seither baute die Bodega langsam aber kontinuierlich die Palette an Produkten aus. 1972 reihte sich der erste Weißwein des Weinguts ein – ein Verdejo aus dem Rueda. Nach dem Produktionsstart in der Region machte sich Marques de Riscal für die Erhebung in den Status einer Denominación de Origien für das Rueda stark, welche 1980 folgte. Ebenfalls seiner Zeit voraus war die erste Einführung eines Sortiertisches für Lesegut, wie man ihn schon seit längerer Zeit in den Spitzenweingütern von Südfrankreich benutzte. 2006 eröffnete die City of Wine, eine kleine Stadt in der Nähe des 1000-Seelen-Dörfchens, in dem Guillermo Hurtado de Amézaga einst die erste Produktion startete. In der Eno-Stadt dreht sich alles um das Thema Wein und vom Sternehotel bis zum Gourmettempel findet sich alles, was das Herz des Weinliebhabers höher schlagen lässt.

Barone Montaldo – Ammasso di Sicilia

Wer glaubt, dass Barone Montalto ein altes Unternehmen ist, hat sich vom Namen täuschen lassen. Das 2000 gegründete Weingut setzt dennoch auf Tradition und hat sich der Produktion von Ammasso Rosso di Sicilia spezialisiert. Dabei werden ähnlich dem Amarone besonders lange Maischzeiten eingehalten und das Lesegut nach der Ernte angetrocknet. Da der Befall von Edelfäule bei vollreifen Trauben, die für den Ammasso benötigt werden, durchaus wahrscheinlich aber nicht erwünscht ist, muss besonders schonend gelesen werden. Die Verpflichtung zur Einhaltung höchster Qualität und alter Traditionen ist auch bei dem sizilianischen Gut aus Ninfa ganz oben  auf der Betriebsagenta. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – ein Ammasso, wie er im Buche steht.

Monasterio de las Vinas – Weine aus dem ältesten Anbaugebiet Spaniens

 

Schon 1932 wurde die jetzige DO Carniena zu einem einheitlichen Weinbaugebiet zusammengefasst. Dies war nur die logische Konsequenz aus den vergangenen Jahrhunderten des Weinbaus aus der Region. Von der Antike, über das Mittelalter bis in die Neuzeit wurden in Carinena mehr oder minder hochwertige Weine angebaut. Vor allem in der späten Neuzeit ist das Renomee der im Süden der Provinz Saragossa gelegenen Gegend dermaßen hoch gewesen, dass es Ende des 18. Jahrhunderts zum Hoflieferanten des spanischen Königshauses aufgestiegen ist. Auf den Tafeln von Carlos IV. waren die schweren Weine aus Aragonien die beliebtesten. Danach kam es zu einer eher schweren Zeit. Die damals boomende südfranzösische Weinindustrie exportierte in die ganze Welt. Nach dem Einfall der Reblaus im Bordelaise und den angrenzenden Regionen fiel die Produktion in Südfrankreich zusammen und Weinhändler aus Bordeaux begannen ihren Blick auf das Nachbarland zu werfen. Die lukrative Industrie weckte Begehrlichkeiten und das führte zur Ausweitung der Weinproduktion im 19. Jahrhundert. Als die Reblaus in Frankreich verschwand, ließen auch die Abnahmemengen nach. Die Folge war ein rapides Absinken der Qualitäten aus Carniena. Dies wurde erst in den 1970er Jahren abgefangen, als man sich klar wurde, dass sich Qualität besser als Quantität verkaufen würde. Diese Entwicklung hat auch Monasterio de las Vinas durchmachen müssen und ist daran gewachsen. Bekannt wurde die 1960 zur Denominacion de Origen ernannte Region allerdings durch die nach ihr benannten Rebsorte, dem Carginan, der hier Cainena genannt wird.

Verwirrungen entwirrt – Die neuen VDP-Klassifikationen

Mit dem Weinjahr 2012 wird im Verband der Deutschen Prädikats- und Qualitätsweingüter e.V. vieles anders. Einige Bezeichnungen fallen weg, andere kommen hinzu und wieder andere gewinnen wieder an Bedeutung.

vinello.de hilft Ihnen aktiv dabei, in den neuen Reglungen kundig zu werden und die Verwirrung zu entwirren.

So gibt es jetzt eine je nach Herkunft und nicht mehr nach Oechslegrad gestaffelte Klassifikationspyramide. Diese beginnt bei den VDP.Gutsweinen, geht über die VDP.Ortsweine, VDP.Erste Lage und endet an der Spitze mit der VDP.Grosse Lage. Dies fördert die Qualität und schickt das verwirrende System der Bestimmung eines Weines nach seinem Zuckergehalt dahin, wo es hingehört – in die Schublade. Denn die Mostwaage, mit der erstmals Ferdinand Oechsle das Mostgewicht, den Anteil gelöster Stoffe im Traubensaft, gemessen hat, gibt keine wirkliche Aussage über die spätere Qualität des Endprodukts. Zwar ist ein hoher Zuckergehalt im Most noch immer wünschenswert, jedoch wurden Säuregehalt und andere terroir-bedingte Eigenschaften ausgeklammert.

Seit der Oechsle-Klassifikation von 1971 sind die ehemals 30.000 Lagen zu 4000 zusammengekürzt wurden – jetzt haben die Winzer wieder die Möglichkeit alte und vor allem altbewährte Lagen eintragen zu lassen. Der Effekt der Novelle ist mannigfaltig. Einerseits bekommt der Kunde eine bessere Übersicht und Sicherheit beim Kauf, andererseits begünstigt es die Vielfalt in den Weinregionen und die einmalige Kulturlandschaft in den alten Lagen Deutschlands wird erhalten.

Aufgeschlüsselt werden die neuen Lagenbezeichnungen wie folgt:

  • VDP.Gutswein: der Einstiegswein innerhalb eines VDP-Weinguts – die Grundanforderungen an naturverbundenen Weinbau, traditionsbewusster Verarbeitung und regelmäßige Qualitätskontrollen sind gewährleistet
  • VDP.Ortswein: die besten Weinberge werden mit typischen Reben bepflanzt – trockene Weine werden “Qualitätswein trocken” genannt, fruchtsüße tragen Prädikate von Kabinett, über Beerenauslese bis Eiswein
  • VDP.Erste Lage: die herausragenden Lagen innerhalb der besten Weinberge, die sich durch ein besonderes Terroir auszeichnen und langfristig erstklassige Qualitäten hervorbringen
  • VDP.Grosse Lage: alle vorausgegangenen Vorraussetzungen müssen erbracht worden sein, die Parzellen sind eng umrissen und das Lagerungs-, sowie Reifepotential ist extraordinär – die besten Weine Deutschlands

Stoneleigh – Sonnensteine und Wein

Stoneleigh, ein Weingut aus der Nähe der Cloudy Bay an der Nordspitze der Südinsel produziert einen der besten Sauvignon Blancs Neuseelands. Dieser Umstand kommt jedoch nicht von ungefähr, denn auf dem nährstoffreichen Schwemmlandboden liegen die vom Weingut Sonnensteine genannten Geröllsteine. Diese sind Überbleibsel des früher breiteren Bettes des Flusses Wairau. Eben diese Steine geben dem noch jungen Weingut seinen Namen und sorgen für die hohe Qualität des neuseeländischen Rebsaftes. Am Tag speichern die hellen, runden Steine die Wärme der Sonne und reflektieren die Sonnenstrahlen vom Boden an die Reben und in der Nacht strahlen die Steine ihre Wärme an die Pflanzen ab, was bei den teils frostig-kalten Marlborough-Nächten bei anderen Winzern für einigen Kummer sorgt. Rapaura, die Gemeinde, in der das Weingut Stoneleigh liegt, ist die Nachbargemeinde von Benheim, welches direkt an der Wolkenbucht gelegen ist und dessen Weine zu den Besten ihrer Art zählen. Die für ihren Pinot Noir und vor allem Sauvignon Blanc bekannte neuseelädnische Region Marlborough ist eine relativ junge weinproduzierende Region im professionellen Sektor. Erst in den 1970er Jahren startete der Anbau und dank des Sonnenreichtums und des großen, klimatischen Einflusses des Pazifiks werden auf dem fruchtbaren und tiefen Boden mit modernster Technik hochwertige Weine gekeltert und in alle Welt exportiert. Das besondere Terroir des Marlborough sorgt für den typischen Geschmack der Weine aus diesem Teil Neuseelands und macht sie unverkennbar.

Poderi dal Nespoli – Weine aus nachhaltigem Anbau

Als 1929 Attilio Ravaioli den Weinvertrieb seines Vaters ausbaute und fortsetzte, gründete er zeitgleich die noch heute im Familienbesitz befindliche Poderi dal Nespoli. Das Weingut wird von seinen Nachfahren in der vierten und fünften Generation fortgeführt. Die Weinberge erstrecken sich an den Ufern des Flusses Bidente. Diese Region der Emilia Romagna grenzt im Süden wie Westen an die Toskana. Daher ist auch ein großer Teil der Rebfläche mit der für die Toskana typischen Rebsorte Sangiovese bestückt. Nicht zu verachten sind die kleinen Parzellen des Weinguts, die mit den französischen Sorten Merlot, Cabernet Sauvignon und Chardonnay berebt sind – allesamt entfalten sie in den Cuvées des Weinguts ihre volle Stärke und haben es auch in der Fachwelt zu einiger Erwähnung gebracht.

Die Emilia Romagna zählt kulinarisch zu den bedeutendsten Teilen Italiens, leider nicht in Sachen Wein. Der früher solide Ruf der Weine aus der Emilia wurde in den 70er und 80er Jahren von der Massenware Lambrusco zerstört, der in der Po-Ebene, die sich zur Adria hin zieht, noch immer in rauen Mengen produziert wird. Erfreulich sind damit Betriebe wie die Poderia dal Nespoli, die ihr Hauptaugenmerk auf zwei Dinge richten, die für den Weinbau der Emilia untypisch sind – Nachhaltigkeit und Qualität. Das junge Team von Önologen und Winzern  von Nespoli bemühen sich mit voller Hingabe das Terroir des Weinguts pur und ungeschönt in die Flasche zu bekommen und arbeiten dabei mit den modernsten Mitteln der Technik.

Prunotto – eine wechselhafte Geschichte

Als die Winzer in einer kleinen Ortschaft nahe dem piemonter Alba 1904 auf die Idee kamen einen genossenschaftlich geführten Winzerbetrieb zu gründen, waren sie sich sicher nicht bewusst, dass knapp einhundert Jahre später einer der qualitativ hochwertigsten Produzenten lokaler Weine Italiens entstehen könnte. Die wechselvolle Geschichte von Prunotto schien schon vorbei zu sein, bevor die Genossenschaft “Ai Vini delle Langhe” ihren heutigen Namen annahm. In den 1920er Jahren kam es innerhalb der Genossenschaft zu Uneinigkeiten und trotz hervorragender Jahrgänge waren die Differenzen wohl unüberwindbar. Die Konsequenz war die vollständige Auflösung des Betriebes, da ein großer Teil der Winzer nicht mehr bereit war sein Lesegut zu liefern. Dann erschien der frisch liierte Alfredo Prunotto zusammen mit seiner Frau auf der Bildfläche und entschied sich mit vollem Tatendrang, die Überreste des einst genossenschaftlich geführten Betriebes zu kaufen und wieder auf Vordermann zu bringen. Nach viel harter und ergebnisreicher Arbeit hatte es Alfredo nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geschafft, das piemontenser Weingut mit Fleiß und Schweiß zu einem international exportierenden Unternehmen aufzubauen. Ein weiteres Jahrzehnt später zog sich der Gründer von Prunotto in den wohlverdienten Ruhestand zurück und übergab das Weingut seinem Freund und Winzer, Beppe Colla, der zusammen mit seinem Bruder das Werk von Alfredo Prunotto fortsetzte. Mit steigenden Qualitäten und Renommee geriet Prunotto ins Blickfeld einer der bedeutensten Weinfamilien der Welt, den Antinoris. Diese übernahmen zuerst den Vertrieb für Prunotto, bis sie nach dem Ruhestand der Colla-Brüder das Weingut Prunotto voll übernahmen und es im Sinne des Gründers fortführen.

Marchesi de’ Frescobaldi – 700 Jahre aktiv im europäischen Weinbau

Rebsaft von Marchesi de’ Frescobaldi zählt schon seit dem frühen 14. Jahrhundert zur ersten Wahl des europäischen Adels. Die alteingesessene toskanische Adelsfamilie kann ihre Wurzeln bis auf das Jahr 1000 zurückführen und wurde in Kunst, Kultur und Wirtschaft aktiv. Seit um 1300 für das familieneigene Weingut Tenuta di Castiglioni der erste Anbau von Weinreben erwähnt wurde, ist das Unternehmen in den letzten 700 Jahren erheblich gewachsen. Sukzessive wurde der Besitz erweitert und ausgebaut, dabei stieg Marchesi de’ Frescobaldi zum Lieferanten des Hofs des englischen Königs Heinrich den VIII. und des Papstes auf.

Zum aktuellen Unternehmen gehören die fünf Weingüter Castello di Nipozzano, Castello di Pomino, Tenuta di Castelgiocondo, Tenuta di Castiglioni, Tenuta di Castiglioni und Tenuta dell’Ammiraglia. Jedes der Weingüter produziert hochwertige, aber grundverschiedene Weine. In einigen spezialisiert man sich auf die autochtone Rebsorte Sangiovese, die für die Chianti-Weine von herausragender Bedeutung ist, in anderen auf die so genannten Super-Toskaner, die aus dem für das Bordelaise typischen Rebsorten, wie Cabernet Sauvignon und Merlot gekeltert werden. Gerade der Anbau fremder Rebsorten war in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein Meilenstein, der unter anderem von Marchesi de’ Frescobaldi gesetzt wurde. Seitdem ist der toskanische Weinproduzent federführend in der Einführung neuer Technologien, die die Qualität, der ohnehin vorzüglichen Weine, noch steigert.

Peter Lehmann – Barossaweine seit 1978

 

Als sich Peter Lehmann 1978 selbstständig machte geschah dies in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit. Doch die Differenzen zwischen dem Winemaker und seinen Vorgesetzten waren unüberwindbar und er verließ seine alte Arbeitsstelle mit den Worten “to hell with them”. Die Bedingungen waren für die Vertragswinzer hart und Peter Lehmann wollte seine und ihre Situation verbessern. Dabei setzte er auf zwei Dinge – Vertrauen und langsames, gesundes Wachstum. Die ersten Weine, die er verkaufte nannte er Futures, da er sie an Freunde und Familienangehörige verkaufte, bevor sie gelesen, geschweige denn abgefüllt waren. Eben dieses Vertrauen, dass er von seinen ersten Kunden voraussetzte, investierte er in seine Winzer aus dem Barossa Valley, ohne ihnen Knebelverträge aufzuzwingen. Die meisten Deals wurden seinerzeit mit Handschlag besiegelt. Anfang der 1980er Jahre füllte er seine ersten Weine ab und der Firmenname änderte sich von Masterton Barossa Vigneros in das heute noch aktuelle und weltweit bekannte Peter Lehmann.

Seitdem hat sich viel getan – verkaufte er noch seine ersten Futures im Bekanntenkreis, so setzt Peter Lehmann seine Weine aktuell zur Hälfte außerhalb von Australien ab. An der engen Zusammenarbeit zwischen den Winemakern von  und den Vertragswinzern hat sich jedoch nicht viel geändert. Das Unternehmen besitzt zwar 50 Hektar Rebfläche, diese machen aber weniger als fünf Prozent des Gesamtvolumens aus. Die altbewährten Future Weine finden sich noch immer im Portfolio von Peter Lehmann, welches sich in den letzten 30 Jahren erheblich erweitert hat. Der deutschstämmige Sohn eines lutheranischen Predigers hat sich zwar schon zur Ruhe gesetzt und das Unternehmen ist in den Besitz eines schweizer Großinvestors gegangen, dennoch ist die Produktion noch in der Hand eines Lehmann – dem Sohn des Gründers.

Fortant de France – Rebsortenweine von Robert Skalli

Robert Skalli, einer der bekanntesten Weinproduzenten aus Châteauneuf-du-Pape, bereisste Anfang der 1980er Jahre das kalifornische Napa Valley und traf den Entschluss nach dortigem Vorbild auch in der Heimat sortenreine Weine zu produzieren. Es brauchte einiges an Überzeugungskraft um die Winzer des Languedoc davon zu überzeugen neue Chardonnay-, Sauvigon Blanc und Merlot-Reben zu pflanzen und damit nahm die Geschichte von Fortant de France 1982 ihren Anfang. Fünf Jahre später konnte er die ersten sortenreinen Weißweine abfüllen, kurz darauf folgten die Roten. Nicht nur die Pionierarbeit von Skalli ist erwähnenswert, auch die Nachhaltigkeit, zu der er seine Vertragswinzer in der Region zwischen Montpellier und Carcassonne anhält ist nicht zu unterschätzen.

Alle Reben, ob auf rotliegender Erde, Muschelkalk oder Granitkies angebaut, müssen die strikten ökologischen Auflagen von Robert Skalli erfüllen. Seitdem der Grundstein für sortenreine Weine im Pay d’Oc gelegt wurde sind über 30 Jahre ins Land gegangen – das Konzept hat sich bewährt. Fortant de France steht seither für Weine auf qualitativ hochwertigem Niveau, die sich jeder leisten kann und die deshalb regelmäßig, weltweit auf diversen Fachmessen und Wettbewerben zu den Preis-Leistungs-Siegern gehören.