A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z

Schoppen

Wer heute einen Schoppen bestellt, erwartet in der Regel ein Glas mit Wein. Und bekommt es auch. Der Begriff ist eng mit dem Getränk verbunden, ähnlich wie ein Maßkrug mit Bier, und wird vor allem in Weinbaugebieten verwendet. Die Menge des Inhalts allerdings wies zu unterschiedlichen Zeiten und je nach Region zum Teil erhebliche Differenzen auf. Im 19. Jahrhundert bekam man in Baden und in der Schweiz 0,375 Liter, in der Pfalz 0,564 Liter und in Württemberg 0,459 Liter. In den Ländern des Rheinbunds gab es nach der Vereinheitlichung der Maße durch Napoleon 0,7 Liter. Den Rekord hält aber wohl die Stadt Rastatt, in der ein Schoppeninhalt im Jahr 1615 ganze 2,3 Liter betrug. Auch heute schwanken die Zahlen noch zwischen einem viertel und einem halben Liter.

Der Schoppen war ursprünglich einfach ein Gefäß


Das Wort ist verwandt mit "schöpfen" und bezeichnete ursprünglich ein Gefäß für jede Art von Flüssigkeit, späterhin dann ein Hohlmaß für Getränke. Wahrscheinlich kam es als niederdeutsches Wort nach Frankreich (chaupine oder chopine) und von dort zurück ins Oberdeutsche. In Franken heißen Weintrinker "Schoppenfetzer", im Hessischen "Schoppenpetzer" oder "Schoppenstecher". In manchen Gegenden werden sogar Kindertrinkflaschen mit Gummischnuller als Schoppenflasche bezeichnet.

Kein Glas gleicht dem anderen


So unterschiedlich wie die Maße sind auch die Formen der Schoppengefäße. In Rheinhessen hat das Glas eine zylindrische Form und glatte Seiten. Das sogenannte Dubbeglas in der Pfalz ist ein umgedrehter Kegelstumpf mit Vertiefungen rundum. In Hessen, wo auch Apfelwein als Schoppen gereicht wird, trinkt man aus einem Glas mit Rautenschnitt.