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Rebschnitt

Der Rebschnitt gehört zu den grundsätzlichen Aufgaben eines Winzers im Weinberg. Fehler und Mängel können in diesem Bereich Qualität und Erträge entscheidend beeinträchtigen, sodass hier ein besonders sorgfältiges Arbeiten nötig ist. Dabei sind die physiologischen Voraussetzungen zu beachten.

Als Lianengewächs strebt die Weinrebe ein Wachstum nach oben an. Auf Dauer muss also der Zuwachs in die Höhe begrenzt und die Rebe drahtrahmengerecht geformt werden, wenn die Bewirtschaftung des Weinbergs langfristig gleich bleiben und mit Maschinen erfolgen soll.

Rebschnitt ist so alt wie der Weinbau



Rebschnittmethoden werden bereits im Alten Testament sowie im antiken Rom erwähnt. Er diente von Beginn an dazu, vor allem die Fruchtbarkeit des Weinstocks zu fördern. Eine alte Legende besagt, dass eine Ziege oder ein Esel im Winter die einjährigen Triebe an wild wachsenden Pflanzen abbiss und sich an diesen Stellen im folgenden Jahr volle, saftige Trauben entwickelten.

Fortan übernahmen Menschen diese "Technik" und entwickelten Kultur- und Schnittform der Reben über die Jahrhunderte immer weiter. Heute wird je nach den klimatsichen Bedingungen des Standorts nach dem Blattfall oder im Frühjahr beschnitten.

Drei grundsätzliche Regeln für den Rebschnitt


Seit den Römern gibt es drei Schnittregeln für Reben. Von einjährigem Holz, das auf zweijährigem steht, müssen die Tragruten entfernt werden. Zum Verjüngen sollen Zapfen angeschnitten und der Schnitt soll vom "Auge" weg angesetzt werden. Die Römer benutzten für die Arbeit spezielle Rebmesser, "sicilis" genannt.

In Deutschland entwickelten sich daraus die Begriffe "Sichel" und "Sesel". Die ersten Scheren zum Traubenschnitt wurden zu Anfang des 19. Jahrhunderts benutzt. Einige Jahrzehnte später folgte die Entwicklung von besonderen Scheren zum Beschneiden der Reben, zuerst mit Blattfedern, später mit Spiralfedern. Diese haben sich seit etwa 1870 dann langfristig durchgesetzt.