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Aufspriten

Aufspriten - andere Begriffe sind Spriten, Aufspritung oder Vinieren - ist ein Vorgang bei der Weinerzeugung, der ursprünglich nur in südlichen Ländern wie Spanien, Portugal, Griechenland und Italien angewendet wurde.

Wegen des vorherrschenden warmen Klimas konnte dort der Mostanteil der Trauben nicht perfekt kontrolliert werden, so dass es häufig zu einer nicht beabsichtigten Gärung kam. Diese war nur durch den Zusatz von Alkohol zu stoppen, meist in der Form von Weinbrand, Weingeist oder einem anderen neutralen und starken Alkohol. Die Methode gibt es heute auch in anderen Weinbauregionen. Sie stabilisiert den Wein und sorgt für den Verbleib von mehr Restzucker in den Trauben, da der noch verbleibende Zuckergehalt nicht weiter vergoren wird. In Deutschland ist das Verfahren des Aufspritens übrigens durchgängig für alle Getränke verboten.

Aufspriten steigert die Süße und den Alkoholgehalt

Durch den Prozess des Aufspritens entstehen in der Regel Likör- und Dessertweine mit mehr Süße und Alkohol sowie längerer Haltbarkeit als bei "normalen" Weinen. Die bekanntesten Beispiele sind Sherry, Portwein, Madeira, Marsala und Samos, aber auch der Muskateller aus Frankreich. All diese Tropfen werden zusammenfassend manchmal auch pauschal als Südweine bezeichnet. Der Alkoholgehalt wird auf mindestens 15 bis 17 % Vol. gesteigert. Das ist ein Wert den die Hefen im Wein nicht überleben. Die verbleibende Restsüße ist dabei abhängig vom Zeitpunkt, an dem der Alkohol zugesetzt wird.

Regelung für das Aufspriten in der EU

Laut EU-Verordnung aus dem Jahr 2008 muss der zu vergärende Most für Likörweine bei mindestens 12 % Vol. liegen. Dies entspricht 84 Grad Oechsle. Nach dem Ausbau des Weines muss der Alkoholgehalt zwischen 15 und 22 % Vol. betragen. Die Zusätze während der Herstellung können entweder neutrale Alkohole sein (Minimum 96 % Vol.) oder Destillate aus Trester- oder Weinbrand mit 52 bis 86 % Vol..