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Jancis Robinson

Jancis Robinson, geboren 1950 in Großbritannien, ist die wohl bekannteste weibliche Weinkritikerin und Weinjournalistin weltweit, obwohl ihr das Thema wahrlich nicht in die Wiege gelegt wurde. Ihren ersten näheren Kontakt mit dem Rebensaft hatte sie erst während ihres Mathematik- und Philosophiestudiums in Oxford. Nach dem Studium und einer dreijährigen Tätigkeit für einen Reiseveranstalter verbrachte sie ein Jahr in der Provence. Anschließend traf sie den Entschluss, sich fortan auch beruflich mit Essen und Wein zu beschäftigen.

Die steile Karriere von Jancis Robinson

In den 1970er Jahren arbeitete sie zunächst bei dem Magagzin "Wine and Spirits". Anfangs spezialisierte sie sich auf Rebsorten und verfasste dazu ein unter Fachleuten geschätztes Werk, dass mehr als 800 Sorten beschreibt. 1984 erhielt sie als erste Frau, die nicht direkt aus der Weinbranche stammt, den begehrten Titel "Master of Wine", der von der gleichnamigen Organisation in London nach einer anspruchsvollen Prüfung verliehen wird.

Es folgten weitere Bücher, unter anderem "The World Atlas of Wine" zusammen mit Hugh Johnson und der "Oxford Companion to Wine", sowie zahlreiche Auszeichnungen, darunter mehrfach der "Glenfiddich Wine Award", der Preis "Decanter Woman of the Year 1999" und viele andere. Für ihr gesamtes Schaffen wurde sie von Queen Elizabeth II. mit dem "Order of the British Empire" geehrt und ist seitdem auch als Beraterin für die Weinvorräte der Queen zuständig. Die gleiche Funktion übt sie für die Fluggesellschaft British Airways aus.

Das Bewertungssystem von Jancis Robinson

Frau Robinson bewertet von ihr verkostete Weine nach einer eigenen 20-Punkte-Skala. Die Spanne reicht von "unbalanciert oder fehlerhaft" (12 Punkte) über "hebt sich aus der Masse heraus" (16 Punkte) bis hin zu "Spitzenklasse" (19 Punkte) und "Ausnahmewein" (20 Punkte). Ihr Urteil fällt allerdings oft recht streng aus. Weine der Kategorien 18, 19 oder 20 Punkte vergibt sie nicht leichtfertig. Bemerkenswert war auch Robinsons Streit mit "Weinpapst" Robert Parker im Jahr 2004, als sie einen 2003er Château Pavie, der bei Parker ganz hoch im Kurs steht, negativ kritisierte.