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Tankgärverfahren

Das Tankgärverfahren (auch Méthode Charmat genannt nach dem französischen Önologen Eugène Charmat) wird seit dem Jahr 1910 bei der Herstellung von Schaumwein angewandt. Die typische zweite Gärung der Schaumweine erfolgt dabei nicht wie beim Champagner (Méthode Champenoise) in der Flasche, sondern in einem großen Drucktank, wodurch aber nicht die einzigartig hohe Perlfähigkeit des Champagners erreicht wird.

Die Vorteile beim Tankgärverfahren

Charmats Entwicklung bedeutete nichts weniger als eine Revolution für die Weinwelt. Zum ersten Mal konnten große Mengen an Schaumwein zu relativ günstigen Kosten produziert werden. Wegen der deutlichen ökonomischen Vorteile setzte sich die Methode in ganz Europa sehr schnell durch. Allein in Frankreich betrug die auf diese Art hergestellte Flaschenmenge um 1930 bereits mehr als fünf Millionen.

Einer der Vorreiter der Großraumgärung war Deutschland bei der Sektherstellung. Vor allem seit dem Zweiten Weltkrieg setzte sich das Charmat-Verfahren mehr und mehr durch, in Italien hauptsächlich bei Prosecco und Asti Spumante. Günstiger war nur noch das Imprägnierverfahren, das aber nicht die gleiche Qualität hervorbrachte.

Kein Tankgärverfahren in der Champagne

Die Winzer in der Champagne haben das Verfahren stets abgelehnt und lassen Ihren Schaumwein bis heute in der Flasche die zweite Gärung vollziehen. Zusammen mit ihren qualitativ hochwertigen Weinen ergibt die Flaschengärung den einzigartigen Charakter des Champagners.