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Unfiltriert

Bei der Frage, Wein unfiltriert zu lassen oder eine Filtration vorzunehmen, scheiden sich häufig die Geister. Die einen sind dafür, die anderen dagegen. Eine Filtration dient dazu, letzte feste Bestandteile zu entfernen, darunter Hefen, Fruchtfleisch oder Weinstein. Bei Weinen, die nur kurze Zeit ausgebaut und nicht lange gelagert werden, macht der Vorgang durchaus Sinn, denn so wird der Bereitungsprozess verkürzt. Zudem können potenziell schädliche Stoffe wie Bakterien und Hefen herausgefiltert werden, die eine unerwünschte Nachgärung verursachen.

Manchmal ist unfiltriert besser

Bei einer langen Lagerung im Tank oder Fass erübrigt sich die Filterung normalerweise, denn sämtliche Feststoffe, die den Wein eintrüben könnten, sinken von selbst zu Boden. Viele Winzer und Weinkenner lehnen die Filtration aber grundsätzlich ab, vor allem bei Rotweinen mit einem jahrelangen Ausbau, denn diese können durchaus an Farbe, Langlebigkeit und Komplexität verlieren, weil mit den feinen Partikeln ähnlich wie beim "Schönen" auch Geschmacksträger verloren gehen.

Viele Weine tragen das Stichwort "unfiltriert" auf dem Etikett

Diese Sitte kam zuerst in den USA auf, verbreitet sich aber auch in Europa. Damit wird deutlich ausgesagt, dass vor der Abfüllung in Flaschen keine Filtration durchgeführt wurde. Ungefilterte Weine bilden auf jeden Fall mehr Depot in der Flasche, was dem Geschmack aber keinen Abbruch tut. Der wissenschaftliche Beweis, ob ungefilterter Wein besser ist oder schmeckt als gefilterter - und umgekehrt - steht aber noch aus. Hier gilt wie so oft beim Thema Wein: Selbst ausprobieren!