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Horizontale Weinprobe

Der Begriff der horizontalen Weinprobe hat nichts - wie mancher Leser denken könnte - damit zu tun, dass Wein im Liegen verkostet wird. Vielmehr handelt es sich dabei um den Vergleich von Weinen aus verschiedenen Anbauregionen, die aber alle aus dem gleichen Jahrgang stammen, im Gegensatz zur vertikalen Weinprobe, wo die Weine eines Winzers oder eines Weinguts aus verschiedenen Jahren probiert werden.

Was die horizontale Weinprobe zu bieten hat

Das Interessante an einer horizontalen Degustation ist die Möglichkeit, die Rebsorten, Terroirs, Klimaverhältnisse und den individuellen Stil verschiedener Weinbauern miteinander vergleichen zu können. Oft wird bei der Planung vorbestimmt, welche Qualitäten getestet werden sollen. Dabei kann es sich entweder nur um einfache, mittlere oder Spitzenweine handeln oder aber es wird ein repräsentativer Querschnitt ausgewählt. Weine, die eine ähnliche Klasse oder Herkunft aufweisen, werden in sogenannten "Flights" von drei bis fünf verschiedenen Probiergläsern zusammengefasst.

Kein Bordeaux ohne horizontale Weinprobe

Die horizontale Weinprobe ist vor allem im Bordeaux verbreitet, denn hier weichen die Qualitäten je nach Jahrgang zum Teil beträchtlich voneinander ab. Es kommt vor, dass in besonders guten Jahren auch die geringer klassifizierten Güter Weine produzieren, die an die Grand Crus aus "normalen" Jahren heranreichen. Horizontale Verkostungen werden im Bordeaux auch bei den frischen Weinen durchgeführt. Bei der sogenannten "Arrivage" wird der jüngste verfügbare Jahrgang probiert, und zwar jeweils eine Flasche aus einer angelieferten Kiste.