Biowein – Was ist das Besondere?

In den letzten Jahren haben sich die Anbauflächen für nachhaltige Bio-Weine in Deutschland mehr als verdoppelt. Immer mehr Winzer stellen ihre Produktion von konventionelle auf ökologische Weise um. Umgerechnet 7000 Hektar werden in Deutschland nachhaltig betrieben, auch wenn die Umstellung kein leichter Weg ist, denn die Winzer müssen sich auf eine Übergangszeit von mindestens drei Jahren einstellen.

biowein-aus-sachsen-2In Puncto Sicherheit bietet der Biowein eine größere Gewissheit, da die Verwendung von Pestiziden nicht erlaubt ist. Jedoch enthalten auch herkömmliche Weine nur geringe Rückstandsmengen dieser chemische Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel. Auch ist der Geschmack von Bioweinen oftmals auf einem anderen Level und durch den Kauf trägt man einen aktiven Beitrag zum Naturschutz bei. Durch die Bio-Richtlinien beteiligen sich die Ökowinzer konsequent an einem gesunden Ökosystem auf dem Weinberg. Dabei liegt der Fokus auf einer schonenden Nutzung von Boden und Wasser, die Förderung von Nützlingen, die auf ganz natürlicher Weise die Schädlinge begrenzen. Für das Wachstum und die Gesundheit der Reben setzen Bio-Winzer auf Düngung durch Kräuterauszüge, Mineralien (Ton & Algen) oder Molkeprodukte. Ein weiterer Vorteil bei Bioweinen ist die bessere Verträglichkeit für Allergiker, da dieser entweder gar nicht oder nur in geringen Mengen geschwefelt wird. Dabei sorgt der Schwefel für eine längere Haltbarkeit.

Die Anfänge von Biowein

Der offizielle und professionelle Beginn von dem Anbau und der Produktion von Biowein liegt in den 60er Jahren. Erste Winzer haben Ihren Betrachtungswinkel beim Weinbau geändert und konzentrierten sich nun mehr auf die natürliche Stärke von Rebsorten. Statt auf chemische Schutzmittel setzten die Winzer verstärkt auf die hohe Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge, die durch gezielte Neuzüchtungen und Kreuzungen hervorgerufen wurde. Bis heute hat sich dieser Vorsatz gehalten, so dass künstliche und chemische Hilfsmittel bei der Biowein-Produktion nur geringstmöglich eingesetzt werden – das gilt für die Rebenpflanzung, für die Weiterverarbeitung und auch für die Abfüllung.biowein-aus-sachsen-3

Doch eine biologische Herstellunsgweise beschränkt sich nicht nur allein auf die Umwelt, sondern Bio-Winzer setzen sich auch intensiv für angemessene Löhne und kurze Transportwege ein. Außerdem liegt das Hauptaugenmerk auf eine Senkung des Wasserverbrauches, die Reduzierung von CO2-Emissionen und die Verwendung von Papieren und Holz mit dem Siegel FSC.

Zwar nicht billig, dafür aber hochwertig

Wenn Sie Wert auf Regionalität und Bio-Zertifizierung legen, dann gönnen Sie sich einen Biowein aus unserem vielfältigen Sortiment. Der Aufwand der Erzeugung ist sehr groß, so dass es unmöglich ist einen hochwertigen Bio-Wein im Niedrigpreissegment zu ergattern. Wie bei allen anderen Weinen steigt der Preis pro Flasche proportional zu anderen Qualitätsmerkmalen wie Jahrgang, Anbaugebiet und Rebsorte. Doch das bedeutet nicht zwingend, dass ein Bio-Wein teurer als ein herkömmlicher Wein sein muss.

Empfehlenswert ist beim Kauf von Biowein auch der Gang zum Winzer. Hier lernen Sie nicht nur den Weinbauern höchstpersönlich kennen und können sich von den nachhaltigen Prozessen selber überzeugen, sondern reduzieren Ihren persönlichen CO2-Fußabdruck aufgrund dem weggefallenen Versand. Doch auch bestimmte Siegel geben im Weingeschäft direkt auf der Weinflasche Aufschluss über Regionalität, Bio-Zertifizierung und Nachhaltigkeit.

Nachhaltige Weinzertifikate: FairChoice

Das Siegel zeichnet Produkte aus, deren nachhaltige Bedingungen, wie die ökologische Verträglichkeit, soziale und wirtschaftliche Bedingungen bei der Herstellung und Vermarktung erfolgreich überprüft wurden. Unter anderem steht hinter dem Weinzertifikat FairChoice die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und das Deutsche Institut für Nachhaltige Entwicklung. Weine, die das FairChoice Zertifikat erhalten haben, mussten insgesamt 44 Kriterien aus den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales erfüllt haben. Diese Kriterien wurden im Vorfeld aus den international anerkannten Rahmenwerken für Nachhaltigkeit, wie dem UN Global Compact und der Global Reporting Initiative erstellt.

Nachhaltige Weinzertifikate: Fair’n‘Green

Fair’n’Green ist ein wachsender Zusammenschluss von Winzern, die sich dazu entschlossen haben, nachhaltiger zu arbeiten. Dabei begleitet Fair’n’Green die Unternehmen auf Ihrem Weg in die nachhaltige Weinerzeugung, wobei die Weinproduktion ganzheitlich betrachtet wird. Insgesamt werden den Winzern 150 Einzelkriterien auferlegt. Dabei müssen die Weinbetriebe jedes Jahr eine 3%ige Verbesserung erzielen, damit das Label Fair’n’Green weitergenutzt werden darf.

biowein-aus-sachsen-4Bio-Labels als Zeichen für Nachhaltigkeit und faire Bedingungen

Neben dem weitbekannten EU-Bio-Siegel gibt es auch weitere wichtige Siegel und Verbände, denen Sie vertrauen können: Bioland, Demeter, Naturland, Delinat und Bio Austria. Die Unterschiede in den einzelnen Siegeln liegen häufig in kleinen Details bzw. in der gesamten Fokussierung – wie zum Beispiel beim Thema Düngemittel oder Behandlungsmethoden, welche allesamt strenger als das EU-Bio-Siegel überprüft werden.

Wir begrüßen den Trend „Biowein“ und hoffen, dass er weiter zunehmen wird, da immer noch viel zu viel Chemie auf den Weinbergen eingesetzt wird.

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