Friaul – Genuss im Drei-Länder-Eck

Das italienische Friaul ist noch ein kleiner Geheimtipp unter interessierten Weintouristen. Die Region an der Westgrenze Sloweniens und der Südgrenze Österreichs ist für Einige höchstens die Durchgangsroute auf dem Weg nach Kroatien, dabei hat es in den Ausläufern der Alpen eine vielseitige Landschaft und mit dem Collio und dem Colli Orientali zwei der interessantesten Regionen für italienischen Weißwein zu bieten. Touristisch ist Udine und Umgebung ausgesprochen reizvoll. Historisch interessante Städte mit einer bis in die Zeit Julius Cäsars zurückreichende Geschichte und pittoreske Küstenstädte, die das Urlaubsziel der Kaiser der k.u.k-Monarchie waren.

Collio Gorziano und Collio Orientali – Bestes Terroir für kraftvolle Weiße und edle Rote 

An der Grenze zwischen Italien und Slowenien, in der Nähe der Stadt Gorzia (ehemals Görz) liegen sanfte Hügel eingerahmt von einer fantastischen Karstlandschaft. Mineralstoffreiche Böden, die Nähe zum Hochgebirge und zur Adria sowie herausragende heimische Rebsorten bringen großen Spaß ins Glas.

Friulano ist die herausragende weiße Rebsorte des Friaul. Die Weine geraden körperreich und zeigen feine Aromen, die sich zwischen floralen Noten, Fruchtaromen von vollreifen gelben Früchten sowie Anklängen von Wachs und Honig bewegen. Andere Rebsorten, wie Malvasia Istrana und Ribolla Gialla sind etwas seltener in hervorragenden Qualitäten anzutreffen, bieten jedoch auch ausgezeichnete Beispiele dafür, dass Italien in der Lage ist ausgezeichnete Weißweine zu produzieren und der Qualitätsweinbau nicht nur im Piemont, der Toskana und im Süden zu finden ist. Das Colli Orientali gilt innerhalb des italienischen Weinbaus sogar als Region mit der höchsten Anzahl autochthoner Rebsorten. Zu den bekannteren, schon erwähnten, weißen Rebsorten zählen auch die roten Schioppettino und Refosco. Letztgenannter ist auch im Nachbarland Slowenien als Refošk und in Kroatien als Teran bekannt und beliebt.

Erfolgreich mit internationalen und heimischen Rebsorten – Das Friaul gehört an die Weltspitze

Doch nicht nur die heimischen Rebsorten bringen dank modernsten Produktionsweisen und einer jahrhundertealten Weinbautradition ausgezeichnete Weine hervor. Auch die Global Player Sauvignon Blanc und Cabernet Franc zeigen ausdrucksstark, welch großartiges Terroir in der Nord-Ost-Ecke Italiens zu finden ist. Weine aus dem Friaul sind hochveredelte Produkte und keine Massenware. Wenn man elegante, finessreiche Weine schätzt, die zugleich Extrakt und einen guten Körper besitzen, der sollte dem Wein aus dem Friaul eine Chance geben.

Agriturismo in reizvoller Atmopshäre

Vergleichsweise kleine Produzenten, wie das 50 Jahre alte Weingut Livon, bieten Unterkünfte an. In den luxuriös eingerichteten alten Villen können die feinen Produkte der Region genossen werden. Mit der Villa Chiopris bietet Livon Ferienwohnungen, die zentral in der Region gelegen sind. Zwischen Udine und Triest ist man schnell in den Bergen, flink in historischen, wundervoll restaurierten Städten und sofort an der malerischen Adriaküste. Selten hat man im vinophilen Agriturismo die Möglichkeit sich in kurzer Zeit einen derart vielfältigen Urlaub zu gestalten.

Lukullische Genüsse dank wechselhafter Geschichte

Jahrhunderte der Donaumonarchie haben nicht nur im Weinbau ihre Spuren hinterlassen. Auch die Küche des Friaul ist vielschichtig und ein Schmelztiegel der norditalienischen (Polenta), kroatischen (Bohnengerichte), ungarischen (Gulasch) und österreichischen Küche (Süßspeisen). Außerhalb der Grenzen Friauls ist das prominenteste kulinarische Produkt der San Daniele Schinken – vielleicht einer der Edelschinken mit geschützter Herkunftsbezeichnung von Weltrenommee, der in Kennerkreisen seinem Konkurrenten aus Parma schon seit Jahren den Rang abgelaufen hat.

Letztlich bleibt nur zu sagen, dass die weltoffenen Friauler mit großem Herz ausgezeichnete Gastgeber sind.

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