Die Geschichte des Weinanbaus in der Region Sachsen

Die Geschichte des Weinanbaus in der Region Sachsen

 

Die Geschichte des Weinbaus in Sachsen reicht mittlerweile 850 Jahre zurück. Das Weinbaugebiet Sachsen zählt sowohl als kleinstes, als auch als östlichstes Weinanbaugebiet in Deutschland. Von Pirna bis Diesbar-Seußlitz wächst der Wein auf 15 Einzellagen und bringt dutzende Rebsorten hervor. Trotz schwieriger Bedingungen in der Geschichte des Weinanbaus in Sachsen konnte der Wein bis heute landeskulturelle Bedeutung gewinnen.

Standort und Rebsorten

Der Wein aus dem Weinanbaugebiet Sachsen wird überwiegend im Ballungszentrum Dresden entlang des Elbtals angebaut. Eine Übersicht über die Weinanbaugebiete in der Region Dresden kann man auch im Wein-Guide von stadtrundfahrt.com nachlesen. Das in der Region Dresden vorhandene Klima kommt insbesondere Rebsorten wie Müller-Thurgau, Riesling, Weißburgunder, Traminer und auch Dornfelder zu Gute. Besonders wichtig für das sächsische Weinbaugebiet sind die Standorte Meißen und Radebeul. Heutzutage wird hauptsächlich Weißwein in Sachsen gewonnen.

Die Anfänge sind unklar

Viele undatierte Überlieferungen aus dem Mittelalter besagen, dass der Weinanbau in Sachsen bereits vor dem Jahr 1.000 seine Anfänge fand. Sicher ist, dass sowohl die Kirche, als auch Klöster und fränkische Siedler den Weinbau nach Sachsen gebracht haben. Damals wurde der Wein für das Abendmahl und zu Desinfektionszwecken in kirchlichen Hospitälern verwendet. Ab dem 16. Jahrhundert kann man von einer Blütezeit des Weins in Sachsen sprechen, die bis zum 17. Jahrhundert auf eine Weinbaufläche von 5.000 Hektar reichte. Danach flachte der Weinbau leider etwas ab, konnte sich bis heute dennoch festigen.

Erste Belege des Weinanbaus

Eine erste urkundliche Erwähnung fand der sächsische Weinanbau im Jahr 1161. Zu dieser Zeit gab es eine Schenkungsurkunde vom Markgrafen Otto an die Ägidienkapelle in Meißen. Heute befindet sich an dieser Stelle der Burgkeller in Meißen. Das Kloster Altzella betrieb im Dorf Zadel bei Meißen ab 1195 Weinbau. Von da an ist belegt, dass sich der Weinbau während dieses Jahrhunderts entlang der Elbe sowohl flussab als auch -aufwärts ausbreitete.

15. bis 17. Jahrhundert

1401 wurde die Weingutanlage in Hoflößnitz von Markgraf Wilhelm I., einem wettinischen Fürsten, begründet und zwei Jahre später wurden die Weinberge in Pillnitz bereits erwähnt. Auch wurden im 15. Jahrhundert Weinberge in Weinböhla belegt, als auch in Süptitz bei Torgau. In diesem Jahrhundert kam man damit schon auf 4.000 Hektar Weinanbaugebiet in Sachsen. Zu dieser Zeit wurde vom Kurfürsten August eine erste Weinbergsordnung veranlasst, die die Qualität und das Ansehen des Weines aus Sachsen heben sollten. Sein Nachfolger Christian I. erklärte diese 1588 für verbindlich wirksam. Von da an stieg die Qualität der Weine allmählich, bis schließlich auch der Terrassenweinbau eingeführt wurde. 1603 wurde dieser durch Dr. Aichmann und einem Meißner Weinbergveranstalter vorgeschlagen. Somit war es möglich, auch Steillagen zu bebauen und schließlich fanden sich erste Berichte des Terrassenweinbaus in Cossebaude und Zscheila.

18. und 19. Jahrhundert

Im Jahre 1731 wurde Schloss Wackerbarth erbaut, das heute Sitz des deutschen Staatsweingutes und älteste Sektkellerei Sachsens ist. Es galt als Ruhesitz des Reichsgrafen August Christoph von Wackerbarth. Zur zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hin gingen die Erträge merklich zurück. Grund hierfür waren Frost, Misswuchs, Kriege, Zolleinschränkungen und die Einführung anderer Getränke. Deshalb wurde 1799 die Sächsische Weinbaugesellschaft gegründet, die Vorläufer des Weinbauverbandes Sachsens war. 1811 entstand in Meißen darauf die erste Winzerschule Europas. Dennoch nahm der Weinbau weiter ab, da Ende des 19. Jahrhunderts mit der Schiffsverbindung zwischen Amerika und Europa die Reblaus eingeschifft wurde. Diese zerstörte großflächig die Bestände der Weinbauern. Infolge dessen wurden viele Gegenmaßnahmen betrieben, doch die Mühen blieben vergeblich, sodass Anfang des 20. Jahrhunderts nur noch 150 Hektar Weinbaugebiet übrig blieben.

20. Jahrhundert bis heute

Nach dem zweiten Weltkrieg sank die Fläche des Weinbaugebiets weiter auf 60 Hektar ab und drohte fast ganz zum Erliegen zu kommen. Schließlich wurden Veredelungen der Rebsorten vorgenommen, so zum Beispiel in Diesbar-Seußlitz. Weitere Winzer schlossen sich der Pfropfrebe an. Daraus entstand eine reblausresistente Unterlagsrebe. Vor allem durch den Landwirtschaftsrat Carl Pfeiffer wurde der Weinbau mit seiner Modernisierung angetrieben und der Rat verhalf der Region Sachsen zu einem erneuten Aufschwung. Mit der politischen Wende kamen zudem einheitliche Weingesetze, mit denen neue Weinbaubetriebe und Weingüter gegründet oder wiederbelebt wurden. So entstanden auch viele private Weingüter und die Weinqualität stieg weiter an. 1992 wurde auch die Sächsische Weinstraße auf Initiative einiger Weinliebhaber ergründet. Sie reicht von Diesbar-Seußlitz über Meißen, Radebeul und Dresden bis Pirna. Im neuen Jahrtausend entstand schließlich die Dachmarke „Eine Rarität. Weine aus Sachsen.“ der Sächsischen Winzerinnen und Winzer. 2011 feierte der Weinbau Sachsen sein 850 jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass haben der Weinbauverband Sachsen e.V., Weingüter und andere Weininteressenten Veranstaltungen organisiert, sowie Ausstellungen und Angebote, die den sächsischen Wein feierten. Die Sächsische Weinstraße zelebrierte ein Jahr später sein 20-jähriges Jubiläum.

Weinsorten im Gebiet Sachsen

Die wichtigste Sorte des Sächsischen Weinbaugebietes ist der weiße Burgunder, wobei von der Fläche gemessen, der Müller-Thurgau zu erwähnen ist. Im Gebiet des Elbtals werden derzeit 21 Rebsorten angebaut. Vorrangig sind dies weiße Rebsorten, aber auch einige rote Reben sind vertreten, unter anderem:

  • Weißburgunder
  • Elbling
  • Goldriesling
  • Spätburgunder
  • Regent
  • Dornfelder

Eine Besonderheit im Weinbaugebiet Sachsen bleibt der Goldriesling, da er nur in diesem Gebiet angebaut wird und somit weltweit einzigartig ist. Die Rebe ist eine Kreuzung aus den Sorten Riesling und Früher Malingre und wird besonders an Randlagen angebaut, weshalb die Sorte auch resistent gegen späten Frost im Frühjahr ist. In ganz Sachsen gibt es bis heute sogar 61 Rebsorten, die auf 464 Hektar Fläche in ganz Sachsen angebaut werden.

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