Glühweinplätzchen und der Duft der Kindheit

Auch wenn ich nun schon seit vielen Jahren aus meinem Elternhaus ausgezogen bin und meine eigenen Gewohnheiten entwickelt habe, bemerke ich gerade jetzt, wie sehr mich die Weihnachtszeit meiner Kindheit geprägt hat und bis heute beeinflusst.

So gehöre ich vermutlich zu der Sorte von Menschen für die die Weihnachtszeit nicht glitzernder, genussreicher und familiärer sein könnte. Besonders das Backen und Kochen nimmt für mich einen besonderen Stellenwert ein.

So plane ich – nein ich zelebriere die Festtagsmenügestaltung und ärgere mich auch nicht darüber, wenn im Oktober schon die ersten Lebkuchen oder Spekulatius verkauft werden. Ich vernasche sie einfach während ich mir Weihnachtsfilme wie „Kevin allein zu Haus“, „Charles Dickens‘ Weihnachtsgeschichte“ oder „Der Polarexpress“ anschaue, die ich gefühlt alle schon synchronisieren könnte.

So können Sie sich vermutlich vorstellen, wie ich alljährlich ab dem ersten Advent auf Schnee warte und auf weiße Weihnachten hoffe. Doch auch das derzeit frühlingshafte Wetter kann mich in meiner Weihnachtsvorfreude nicht negativ beeinflussen und so feiere ich jede Weihnachtstradition, die mir meine Eltern in die Kinderschuhe gelegt haben.

Ohne Weihnachtsgebäck wäre Weihnachten nur halb so schön

plaetzchen-backenNeben Weihnachtsklassikern, wie „White Christmas“, „Let it snow“ oder „Santa Claus is coming to town“ (wobei ich hier gesagt auch den modernen Versionen von Michael Bublé eine Chance gebe) dürfen Adventskalender, das Putzen vom Weihnachtsbaum (aber erst an Heiligabend) und das traditionelle Plätzchenbacken nicht fehlen. Gerade bei Letzterem gehe ich in meiner Liebe für Weihnachten voll auf und versuche mich neben den Klassikern wie Vanillekipferl, Butterplätzchen und Kokosmakronen auch an innovativen Sachen. Mich beruhigt das Teigkneten und Verzieren der fertigen Plätzchen sehr und lässt mich Stress und Trubel vergessen.

Und dann ist da dieser herrliche Duft – der Duft von frisch gebackenen Keksen, der mich mit jedem tiefen Atemzug lächelnd an das chaotische aber dennoch besinnliche Plätzchenbacken mit meiner Familie erinnern lässt. Dabei hoffe ich jedes Mal insgeheim, dass sich dieser wunderbare Duft nach Zucker, Zimt und Co. ganz tief in meinen Kissenbezügen und Vorhängen verankert und er so indirekt als Raumduft bis Silvester dient.

Der sinnliche Duft von Zimt, Anis und Orange

weihnachtskekse-mit-gluehweinNun wollte ich meine beiden Leidenschaften für guten Wein und leckere Plätzchen vereinen und habe mich gegen die traditionellen Zimtsterne und für beschwipste Glühweinplätzchen entschieden. Wer sich etwas Arbeit ersparen will, der kann statt dem eigenen Kochen von Glühwein schon zu fertigem greifen und die dazugewonnene Zeit für das Einstudieren von Gedichten und Weihnachtssongs für den Weihnachtsmann nutzen. Da ich aber das Ausprobieren von eigenem Glühwein jedes Jahr aufs Neue immer sehr spannend finde, habe ich dieses Jahr wieder ein neues Rezept getestet – und ganz wichtig: Für gut befunden!

Glühweinplätzchen – auf Wunsch mit Schokolade

Zutaten für 55 Stück
Für den Glühwein

  • 100ml Rotwein
  • 100g Gelierzucker
  • 1 Zimtstange
  • 1 Sternanis
  • 1 Messerspitze Lebkuchengwürz
  • Den Saft einer Mandarine
  • Die Schale einer Bio Orange

Für den Teig

  • 400g Mehl
  • 1 Tütchen Backpulver
  • 100g weißer Zucker
  • 100g brauner Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 200g Butter
  • 2 Eier
  • 125g gemahlene Haselnüsse
  • Das Mark einer Vanilleschote
  • ½ Teelöffel Zimt
  • Etwas Abrieb einer Bio-Orangen Schale

Zum Verzieren nach Belieben

  • Puderzucker
  • Zartbitter Schokolade
  • Dekorstreusel

Die Zubereitung

1.) Mischen Sie das Mehl, das Backpulver, den Zucker, das Vanillemark und die gemahlenen Haselnüsse zusammen. Anschließend verkneten Sie die Masse mit den Eiern und der Butter zu einem festen Teig und stellen ihn für 30 Minuten in den Kühlschrank.

2.) Für das Glühweingelee geben Sie den Rotwein zusammen mit allen Zutaten außer dem Gelierzucker in einen Topf und erwärmen Sie diesen bei niedriger Hitze. Geben Sie anschließend den Gelierzucker hinzu und bereiten Sie die Flüssigkeit nach Packungsanweisung zu einem Gelee zu und lassen Sie dieses vollständig abkühlen. Danach können Sie die Gewürze wieder entfernen.

3.) Rollen Sie den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche aus und stechen Sie große und kleine Plätzchen daraus aus. Legen Sie diese auf ein mit Backpapier belegtes Backbleck und lassen Sie die Plätzchen im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad circa 10 – 15 Minuten backen. Wenn die Backzeit rum ist lassen Sie die Plätzchen auf einem Teller auskühlen.

4.) Bestreichen Sie die eine Hälfte der Plätzchen mit dem Gelee und setzen Sie das passende kleinere Gegenstück drauf. Anschließend können Sie mit Puderzucker, Schokolade oder Zitronenwasser verzieren.

In einer Blechdose halten sich die fertigen Plätzchen circa 5 Tage und sind hübsch verpackt tolle Wichtelgeschenke und Belohnungen für einen selber in dieser wunderschönen Weihnachtszeit!

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