Käse und Wein – ein harmonisches Duett

Käse und Wein werden aufgrund ihrer jahrhundertealten Tradition als echte Kulturgüter gehandelt – für mich kein Wunder, denn die unglaubliche Vielfalt in beiden Spektren hinsichtlich Geschmacksnuancen, Herkunft, Produktionsprozessen und Kombinationsmöglichkeiten, sind die wesentlichen Gründe, weshalb ich Käse und Wein zu schätzen weiß. Für einen gemütlichen Abend mit Freunden sorgen eine bunte Käseplatte und köstliche Weine für eine angenehme Stimmung. Die Kombinationen sind so vielfältig, wie die Gesprächsthemen, die sich beim Analysieren und Weintrinken ergeben werden.

K-seplatte

Die perfekte Partnerwahl ist gar nicht so leicht zu finden

Hätte man mich vor meinen ersten Käse-Wein-Partys gefragt, welcher Wein zu einer Käseplatte passt, hätte ich selbstsicher „Rotwein!“ geantwortet. Doch ich musste feststellen, dass so eine Pauschalaussage bei der unendlich scheinenden Sortenvielfalt von Käse und Wein einfach nicht möglich ist. Ein feiner Rotwein, wird von einer herzhaften Käsesorte, wie den Roquefort, erschlagen und hat keine Chance seine zarten Aromen hervorzubringen. Überraschenderweise können auch Weißweine mit einigen Käsesorten sympathisieren.

Grundregeln für die Kombination von Wein und Käse:

  • Je buttriger und cremiger der Käse, desto mehr Säure kann der Wein haben
  • Je milder der Käse, desto passender ist häufig auch ein milder Wein
  • Je würziger und salziger der Käse, desto süßer oder kräftiger darf der Wein sein, denn Salz betont die Gerbstoffe (Tannine) im Wein
  • Je härter und älter der Käse, desto mehr Tannine kann der Wein haben, denn kräftige Speisen schmecken in der Regel mit starken Weinen noch kräftiger
  • Je säuerlicher der Käse, desto süßer oder auch halbtrocken darf der Wein sein, denn Säure und Bitterstoffe addieren sich
  • Käsesorten aus einer bestimmten Region, harmonieren oft mit einem Wein derselben Region

Käsesorten und Weine für den ersten „Käse-Wein-Abend“

Damit Sie vor der reichgefüllten Käsetheke und unserem reichhaltigen Weinsortiment nicht die Orientierung verlieren, empfehle ich Ihnen einen Mix aus folgenden acht Käsesorten und Weine:

Käse Weißwein / Roséwein Rotwein SOMMELIER.tipp
Weichkäse mit weißem Edelpilz (Brie oder Camembert) Trockener, maximal halbtrockener Riesling oder ein fruchtiger Rosé-Champagner Trollinger oder ein milder Spätburgunder Eine altbewährte Faustregel: Weißschimmelkäse und Chardonnay harmonieren immer! Es gibt auch andere Kombinationsmöglichkeiten.
Würziger, halbfester Schnittkäse wie Emmentaler oder Cheddar Gehaltvoller Kerner Samtiger, tanninreicher Dornfelder oder Lemberger Eine allgemeine Empfehlung kann man bei diesem Duett nicht geben, da das Geschmacksspektrum des Schnittkäses zu weit gefächert ist.
Herzhafter Rotschmierkäse wie Limburger oder Romadur Trockener bis halbtrockener Riesling, frischer Grauburgunder oder einem fruchtigen Gutedel Kräftiger Spätburgunder oder Trollinger Achten Sie darauf, dass der Rotschmierkäse nicht zu scharf / kräftig schmeckt. Sonst hätte kein Wein der Welt eine Chance gegen ihn.
Ziegenkäse Trockener, fruchtiger und säurehaltiger Silvaner, Weißburgunder oder eine Premium-Riesling-Auslese. Keine Empfehlung  
Schafskäse Edelsüßer Traminer, der jedoch nicht zu schwer sein darf Keine Empfehlung  
Frischkäse „Natur“ Leichter, lebendiger Silvaner oder Bacchus Keine Empfehlung Frischkäse sind oftmals sehr Milchsäurebetont, weswegen eine Kombination dieser Käsesorte mit Rotwein kein kulinarisch positives Endergebnis erzielen würde
Büffelmozzarella Trockener, fruchtiger Pinot Grigio  Keine Empfehlung Legen Sie Wert auf einen hochwertigen Büffelmozzarella anstatt auf einen Mozzarella aus Kuhmilch. Dieser entwickelt kaum einen Eigengeschmack und muss zusätzlich gewürzt werden.
Beliebte Hartkäse wie Grana Padano Frisch, fruchtiger Roséwein Vollmundiger, fruchtiger Brunello  

Letztens spiegeln meine Empfehlungen nur meine persönlichen Empfindungen wieder. Dabei geht es auch häufig um die Ähnlichkeit von Geschmack und Aroma oder gerade dem Kontrast, der dieses Duett so wahnsinnig vielfältig und interessant macht. Wenn Sie nach meinem Ausflug in die Käse-und-Wein-Welt auch Lust bekommen haben, einen solchen Abend mit Freunden zu gestalten, kann ich Ihnen noch ein paar wesentliche Serviertipps geben:

  • Nehmen Sie den Käse zwei Stunden vor der Verkostung aus dem Kühlschrank. Nur so kann er sein optimales Aroma entfalten
  • Beachten Sie unbedingt eine aufsteigende Reihenfolge in der Intensität von Aroma & Würze der Käsesorten, damit Ihre Geschmacksnerven nicht schon von den kräftigen Sorten betäubt werden
  • Lassen Sie Salzstangen, Chips & Flips bewusst weg. Reichen Sie zwischen den Gängen lieber einen leichten Frischkäse und kombinieren Sie zu intensiven Hartkäsesorten einen fruchtigen Feigensenf, Nüsse oder zarten Honig

Und sollte –widererwarten- einige Käserester übrig bleiben: Bloß nicht wegwerfen! Viele Hartkäsesorten lassen sich problemlos einfrieren. Weichkäse und Frischkäse eignet sich dazu leider nicht, denn sie würden beim Auftauen ihre Konsistenz verlieren.

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