Rebsorte Pinotage

Die 1924 entstandene Sorte ist das Aushängeschild des südafrikanischen Weinbaus. Wer sie kennenlernen möchte, sollte jedoch nicht zur billigsten Abfüllung greifen.

Der Begriff „autochthon“ bezeichnet in der Botanik eine Art, die in einem bestimmten Gebiet entstanden oder ohne Beteiligung des Menschen dorthin eingewandert ist. Auch im Weinbau wird der Begriff verwendet, nämlich für Rebsorten, die in einer bestimmten Region entstanden sind. Allerdings heißt das in dem Falle nicht, dass sie auf natürliche Weise entstanden sein müssen, auch Züchtungen können autochthon sein.

Um eine solche handelt es sich beim südafrikanischen Pinotage, einer Kreuzung aus den Rebsorten Cinsault (früher Hermitage genannt) und dem Pinot Noir. Die Züchtung ist auf Professor Abraham Isak Perold von der Universität Stellenbosch zurückzuführen, deshalb wurde sie 1924 vorerst als „Perold’s Hermitage x Pinot“ eingeführt. Marketingtechnisch macht sich ein solch sperriger Name natürlich nicht besonders gut, darum ist die Sorte seit 1959 als Pinotage auf dem Markt.

Pinotage – fast ausschließlich in Südafrika

Die Pinotage-Rebe ist bestens an das sehr heiße und trockene Klima in ihrer Herkunftsregion angepasst und erreicht dabei sehr hohe Mostgewichte – was in einen mitunter sehr hohen Alkoholgehalt der daraus gekelterten Weine mündet. Erstaunlicherweise wird der Pinotage bis heute fast ausschließlich in Südafrika angebaut. Selbst in Australien, wo ähnliche klimatische Bedingungen wie am Kap herrschen, schlugen Anbauversuche fehl.

Kleinere Anbaugebiete existieren in Neuseeland, Brasilien, Kalifornien und Israel, gegenüber den 6000 ha Anbaufläche in Südafrika sind die aber eher zu vernachlässigen. Schon 1959, gleichzeitig mit der Umbenennung, stand die Sorte das erste Mal im Rampenlicht der Weinwelt, als Bellevue-Morkel bei der Young Wine Show mit seinem Pinotage den ersten Platz belegte. Auch heute noch gehört der Bellevue Pinotage immer noch zu den besten Weinen in Südafrika, zusammen mit dem berühmte Kanonkop Pinotage, der ebenfalls aus Stellenbosch kommt. Daneben warten jedoch auch mehr und mehr jüngere Winzer mit Spitzenqualitäten auf. Der Erfolg der Sorte steht bis heute für die Leistungsfähigkeit und Innovationskraft des südafrikanischen Weinbaus, auch wenn die Anbaufäche lediglich rund fünf Prozent der Gesamtrebfläche am Kap ausmacht.

Spitzen-Pinotage vs. Massenabfüllungen

Die dunkelroten Pinotage-Weine überzeugen in der Regel mit ihrer dichten Struktur, reifen Tanninen und einem intensiven Boukett von roten und schwarzen Beeren. Oft werden die Weine sortenrein im Barrique ausgebaut und entfalten dort Aromen von Schokolade, Mocca, Gewürzen und Vanille, auch Noten von Pflaume, Banane und Granatapfel kommen vor.
Neben einer überschaubaren Anzahl von Spitzen-Pinotages befinden sich allerdings auch Massenweine auf dem Markt, die mit ihrem dünnen und fruchtbetonten Charakter wenig überzeugen können. Wer sich mit der Sorte vom Kap erstmalig vertraut machen möchte, sollte also nicht unbedingt zu einer besonders günstigen Abfüllung greifen.

Kenner sehen übrigens für die Zukunft in den sogenannten Cape Blends mit einem Mindestanteil von 20 Prozent Pinotage die Größten Chancen für die Sorte. Eine Entwicklung, die es im Auge zu behalten gilt!

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