Reisebericht Italien – Teil 2: Im Herzen von Italien

Hinter uns liegt der ruhige Norden Italiens mit seinen besinnlichen Südtirolern, wohnend in hübsch dekorierten Häuschen, an denen bunt blühende Geranien hängen und eine Vielzahl an engen Serpentinen, die mir ehrlich gesagt das ein oder andere Mal ein mulmiges Gefühl in der Magengegend bereitet haben. Doch dieses Harmonie und Balance war mir ehrlich gesagt noch nicht typisch italienisch genug. Mir fehlte das Verhältnis zu einer Pizza und das Kalorienbomben Experiment ala Julia Roberts in Eat, Pray, Love.

Auf dem Weg nach Rom

Wie jeder normale Tourist haben auch wir in unserer Italien Rundreise in Pisa angehalten.

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Überrascht von den vielen Selfie-Künstlern und Turm-Posern fiel uns auf, dass der nebenstehende Dom um einiges kunstvoller, schöner und sehenswerter gestaltet ist, als das eigentliche Wahrzeichen der Stadt Pisa. Wem ein „ich-lehne-mich-an-den-schiefen-Turm-von-Pisa-an“ Foto in seinem Album wichtig ist, der sollte in Pisa halten. Allen anderen empfehle ich eher einen längeren Aufenthalt an der Küste von La Spezia; da gibt es bei einer bewegenden Küstenrundfahrt deutlich mehr zu sehen.

 

Die toskanische Idylle

Auf der Fahrt nach Florenz schien uns die Sonne direkt ins Gesicht und endlich stellte sich, angesichts der herrlichen toskanischen Landschaft, die an uns vorbei rauschte, eine italienische Grundstimmung ein. Die typische Szenerie der Toskana mit sanften Hügellandschaften, Zypressen, Olivenhainen und Weinreben stoppte erst im lebendigen Florenz. Statt von romantischen Landschaften umgeben, beeindruckten uns nun viel mehr die faszinierende Architektur Florenz – die Liste der empfehlenswerten Sehenswürdigkeiten der Stadt erscheinen mir so unendlich lang, wie die Menschenschlange vor dem Petersdom, die mir später in Rom noch begegnen würde. Das Wahrzeichen Florenz, die wunderschöne Brücke Ponte Vecchio, betrachteten wir lieber vom Flussufer aus, so kamen wir nicht mit den Touristenmassen und Verkäufern in Berührung und erlebten das rege Treiben bei einem Glas Rotwein mit.

Rotwein – ist tatsächlich ein gutes Stichwort

die-toskanaDas wohl bekannteste Gebiet in der Kulturprovinz Florenz ist die Chianti-Region. Weinkenner wissen weshalb. Hier liegt das Weinanbaugebiet des berühmten Chianti Classico eingebettet von Zypressen, Olivenhaine und Weinreben.  Wir hatten das Glück, und das gilt generell für unsere Rundreise, dass wir so ziemlich zum Saisonende in Italien umher gereist sind. So erschienen uns die kleinen Dörfer im Chianti Gebiet noch familiärer und besonnener. Doch diese gemütliche, gar verträumte Stimmung verließ uns als bald wir die Stadtgrenzen von Rom erreichten. Zum Glück sind wir generell offensive Autofahrer und sind durch diverse Großstädte Deutschlands aggressive und proaktive Fahrweisen gewohnt. Dennoch waren wir sehr froh, als wir unser Appartement (30 Minuten Busfahrt bis zum Zentrum) erreicht haben und das Auto ohne eine Schramme abstellen konnten. Wer in das Zentrum Roms will, benötigt eh kein Auto – jedenfalls nicht, wenn man auf elendigen Stau, angstbegründete Schweißausbrüche und starken Bluthochdruck verzichten möchte.

das-kolosseum-romGenerell liest man oft in Reiseführern, dass genauso wie Rom nicht in einem Tag erbaut wurde, diese Großstadt auch nicht innerhalb weniger Tage ausreichend besichtigt werden kann. Schwierig; denn wir hatten nur 2 Tage Zeit, um das wichtigste aus Rom mitzunehmen. Ein ehrliches Fazit: Wer, wie wir, auf den Eintritt in Museen und ausführliche Stadtführungen verzichten kann und einen schnellen Schritt hat, dem werden die zwei Tage Rom-Express ausreichen. Zeit nehmen sollte man sich allerdings für die vielen verschiedenen Köstlichkeiten, die Rom bietet. Unsere Gastmutti sagte sogar „In Rom wirst du niemals schlecht essen – höchstens zu teuer.“ Wer letzteres vermeiden möchte, dem empfehlen wir das vorzügliche Fischrestaurant Il Gabbiano und das cremigste Eis der Welt bei Fattori.

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Vollgesogen mit den herrlichsten Eindrücken und Szenarien aus Pisa, Florenz und Rom machten wir uns weiter in den Süden Italiens auf. Die nächsten Orte, die auf unserer Rundreise-Liste standen, waren Neapel, die Insel Capri, San Marino und Venedig. Dass der starke Verkehr und die aggressive Fahrweise sich Richtung Neapel noch verstärken werden, war uns da jedoch noch nicht bewusst…

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