Spätburgunder

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Spätburgunder-Trauben

Philipp der Kühne, seines Zeichens Herzog von Burgund, war es, der bereits im 14. Jahrhundert den besonderen Wert der Spätburgunder-Rebe erkannte und Anbau wie Vermarktung förderte. Seine Nachfolger positionierten den Spätburgunder als das Nonplusultra der Weinkultur an den Höfen Europas und noch heute gehört er zu den wertvollsten roten Rebsorten.

Dabei haben es die Winzer nicht ganz leicht mit dem Spätburgunder. Zwar kommt er auch mit Winterkälte ganz gut zurecht, aber starke Temperaturschwankungen mag er gar nicht. Die Sorte ist empfänglich für allerlei Krankheiten und ihre dünnhäutigen, empfindlichen Früchte erfordern ein sorgsames Verhalten im Weinberg. Auch an den Boden stellt der Spätburgunder erhöhte Ansprüche. Warum also sollte man sich mit einem solchen Sensibelchen plagen? Nun, die Mühe lohnt: Stimmen die Bedingungen, läuft der Spätburgunder zur Höchstform auf und liefert mit die besten Rotweine überhaupt.

Spitzenweine zu Spitzenpreisen

Im Burgund wurde die Sorte vermutlich bereits von den Römern angebaut. Neueren Forschungen zufolge scheint der Spätburgunder in fast direkter Linie von der Wildrebe abzustammen, genetisch unterscheidet er sich deutlich von den in Südfrankreich angebauten Sorten, die wahrscheinlich von den alten Griechen eingeführt wurden. Im Burgund ist er noch heute die wichtigste rote Rebsorte und die einzige, die zur Erzeugung von Qualitätsweinen zugelassen ist. Spitzenweingüter stellen hier zum Teil nur kleine Mengen besonders hochwertiger Burgunder her, was zu exorbitanten Preisen führen kann. Darüber hinaus ist der Spätburgunder, in Frankreich als Pinot Noir bekannt, wichtigster Bestandteil des Champagners, für den er ohne seine färbenden Schalen vergoren wird.

Wichtigste Rotweinsorte in Deutschland

Bereits im Mittelalter gelangte die Rebe auch nach Deutschland, doch erst in den letzten 30 Jahren werden hier aus dem Spätburgunder wirklich hochwertige Rotweine gekeltert – die sich mit den Spitzenprodukten aus Frankreich zum Teil durchaus messen können. Mit rund 12.000 Hektar Anbaufläche, das entspricht 11,5 Prozent der Gesamtrebfläche, ist der Spätburgunder heute die wichtigste rote Rebsorte in Deutschland. Der Großteil dieser Flächen liegt in Baden. Nach Frankreich und den USA ist Deutschland der drittgrößte Spätburgunder-Produzent der Welt.

Neben trockenen, teilweise restsüßen Rotweinen wird aus Spätburgundertrauben gelegentlich auch Weißherbst und „Blanc de Noir“, also Weißwein, Rosé und Sekt hergestellt. Die hauptsächlich produzierten Rotweine zeichnen sich durch Aromen von roten Beeren, Kirschen sowie Nuancen von Mandeln aus und präsentieren sich am Gaumen vollmundig-samtig. Spätburgunder sind die idealen Weine für die kühleren Zeiten des Jahres und passen hervorragend zu Wild, Braten und Roastbeef, aber auch zu Käse.

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