Tapas und Sherry – Lasst uns einen Trend starten!

In der warmen Jahreszeit sind Tapas im Garten oder auf Balkonien das ideale Essen um einen anstrengenden Tag ausklingen zu lassen – da seid Ihr bestimmt meiner Meinung. Eine Stunde die Füße hoch legen, einen guten Tropfen zu sich nehmen und einen feinen Snack genießen lässt einen abschalten und man verschwindet für kurze Zeit in einen Urlaub vom Alltag.

Feiner Medium Dry Sherry von Lustau

Doch woher kommt die Tapa und was hat es mit ihr auf sich?

Die Entstehungsgeschichte von Gerichten zu ermitteln ist immer schwer, Tapas bilden hier keine Ausnahme. Was man allerdings mit Sicherheit sagen kann ist, dass die Tapa (span. für „Deckel oder Abdeckung“) in Bodegas und Bars in ganz Spanien als Beilage zum Getränk serviert wird. Ab und an findet man die traditionelle Darreichungsform indem eine Scheibe Brot das Glas abdeckt und diese mit einer Sardelle oder etwas Olivenpaste belegt ist. Ob es nur zur Abwehr lästiger Fliegen gedacht war oder es einfach praktisches Fingerfood ist, lässt sich nach mehreren Jahrhunderten Tapas-Geschichte nicht mehr sagen. Wahrscheinlich ist, dass die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt. Damit wäre zumindest die Namensherkunft erklärt. Mit der Zeit wurden die einfachen Snacks immer raffinierter und entwickelten sich zu ausgefallenen, kleinen Gerichten.

 

Und was trinkt man zu den spanischen Snacks?

Winepairing bei Tapas ist eine unkomplizierte Angelegenheit – ein einfacher Rioja passt genauso, wie ein frischer Alvarinho oder ein leichter Verdejo, doch ich bin mittlerweile absoluter Fan der Kombination „Sherry und Tapas“. Ein trockener, kühler Sherry bringt genug Körper und Aroma mit um es auch mit ausgefalleneren Tapaskreationen aufzunehmen ohne feinere Aromen „wegzubügeln“. Feine nussige Aromen des Jamón Ibérico passen ausgezeichnet zu den süßlichen Komponenten des Sherry. Der noble, lange gereifte und luftgetrocknete Schweineschinken aus Spanien schmilzt auf der Zunge und seine fragilen Aromen werden durch den Medium Dry Sherry, meine Wahl fiel auf Lustau, unglaublich gut untermalt. Auch der scharf-würzige Manchego harmoniert mit der feinen Säure des Sherry. Dieser hat die Fähigkeit nach jedem Schluck den Gaumen zu reinigen – eine fabelhafte Eigenschaft des Sherry, was ihn meiner Meinung nach zum Top-Begleiter eines reichhaltigen Tapas-Mals macht. So kann man nach den unterschiedlichsten Bissen einen feinen Aromen-unterstützenden und dennoch reinigenden Schluck Sherry nehmen. Selbstverständlich sollte man zum „Satttrinken“ eine Karaffe Wasser bereitstellen, denn der Sherry ist nicht für seine Leichtfüßigkeit bekannt – er hat locker über 16% Alkohol.

Sorgen wir dafür, dass der Sherry sein angestaubtes Image verliert und dahin kommt, wo er hingehört – gut gekühlt und frisch auf den Tisch zu feinen Speisen aus der iberischen Küche!

Nun komme ich zu einem einfachen, aber raffinierten Snack, der ganz wunderbar zum Medium Dry Sherry passt. Neben dem Manchego und einem wirklich ausgezeichneten 36 Monate gereiften Jamón Ibérico gönnte ich mir Chorizo in Rioja.

 

Chorizo in Rioja mit Petersilie

Zuerst nimmt man eine ganze Chorizo und sticht sie der Länge nach mehrfach mit dem Messer ein. Dann setzt man einen mittelgroßen Topf auf und legt die Chorizo hinein. Jetzt zwie Knoblauchzehen andrücken und dazu geben. Danach bedeckt man die Chorizo mit Rioja. Ungefähr 250 ml sollten dafür reichen. Jetzt noch zwei Lorbeerblätter dazu werfen und kurz aufkochen. Temperatur wegnehmen und für 20 Minuten köcheln lassen. Danach stellt man den Topf, nach dem Abkühlen, in den Kühlschrank und lässt die eingelegte Wurst für einen Tag ziehen. Am darauffolgenden Tag nimmt man die Wurst heraus, schneidet sie in 2cm dicke Scheiben und brät diese in einer Pfanne bei mittlerer Hitze von beiden Seiten kross an. Jetzt löscht man mit spanischem Brandy ab und flambiert. Parallel lässt man den Rioja im Topf auf die Hälfte reduzieren und gießt final die Rioja-Reduktion zur angebratenen Chorizo. Vor dem servieren noch frische Petersilie dazu geben und fertig ist eine Chorizo mit Pfiff und Raffinesse, die einem das Wasser im Mund zusammen laufen lässt. Guten Appetit und viel Spaß beim Nachkochen!

Zutatenliste:

  • eine ganze Chorizo
  • 2 Knoblauchzehen
  • 250ml Rioja Crianza
  • 25ml spanischen Brandy
  • einen Bund Petersilie
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