Über Federweißer, Zwiebelkuchen und Weinfeste

Federweißer – die fruchtig, süße Verführung

Immer wieder beobachte ich auf Weinfesten, wie sich die Besucher über die ersten Federweißer der Saison freuen und sogar Laien anfangen, die Federweißer der verschiedenen Weingüter zu vergleichen und zu analysieren. In der Tat gibt es natürlich von Weingut zu Weingut und von Weinanbaugebiet zFederweißer bei Vinellou Weinanbaugebiet große Unterschiede, die sich in Farbe und Geschmack wiederspiegeln. Sogar der Name unterscheidet sich von Land zu Land. So heißt der Federweißer auch Saußer, Rauscher, Blitzler oder Najer Woi. Bei unseren Nachbarn in Österreich nennt man ihn Sturm, in Italien Vino Nuovo (neuer Wein) und in Frankreich vin bourru (mürrischer Wein).

Doch woher hat der Federweißer seinen malerischen Namen? Durch den Prozess der Gärung werden die Hefeteilchen aufgewirbelt und sehen, bei näherer Betrachtung, aus wie kleine weiße Federn. Abhängig vom Grad der Gärung schwankt der Alkoholgehalt zwischen 4 und 11% – dementsprechend hoch ist auch sein Zuckergehalt. Erst gegen Ende der Federweißerzeit schmeckt er nicht mehr ganz so süß.

Dass der Federweißer auch bei “Nicht-Weinliebhabern” beliebt ist, liegt an seinem frischen, prickelnden Geschmack, der so ganz und gar nichts mit schweren, trockenen Rot- und Weißweinen gemeinsam hat. Dass der Federweißer nur so vor Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen strotzt und eine entschlackende Wirkung aufweist, dürfte seine Beliebtheit noch um einiges steigern. An dieser Stelle möchte ich aber auch darauf hinweisen, dass es sich auch beim Federweißer, um ein alkoholhaltiges Getränk handelt (das vergisst man vermutlich schnell bei seiner Süße & Leichtigkeit).

Der Vorbote der regionalen Weinfeste

Warum ich den Federweißer so gerne habe, liegt augenscheinlich auch daran, dass mit dem Beginn des ersten Federweißers auch der Beginn der Weinlese eingeläutet wird und die erste Weinfeste der Region starten. Wir, im schönen Dresden, haben das Glück in der Nähe von wundervollen Weinbergen zu wohnen und können im September von Pirna über Radebeul bis hin nach Meißen die verschiedensten Weingüter auf den tollsten Weinfesten der Region kennenlernen.

Mehr als nur Bratwurst und FischbrötchenFlammkuchen mit Federweißer

Da ich nicht nur ein Freund des guten Weins bin, sondern auch gern koche und gut esse, verwundert mich immer wieder die Speisenauswahl auf allen Weinfesten. Die von den Deutschen so geliebte Bratwurst passt meiner Meinung nach besser in den Winter, denn zu einem erfrischenden Federweißer, empfehle ich lieber einen traditionellen Flammkuchen, einen herzhaften Zwiebelkuchen oder eine leichte Quiche Lorraine.

Oft vergehen die Tage in der Woche wie im Flug, von den Wochenenden ganz zu schweigen, aber jetzt im September wünsche ich mir oft, dass die Uhren etwas langsamer ticken und die schöne Weinfestzeit nicht allzuschnell vorbei geht.

Mein Rezept für elsäßischen Zwiebelkuchen

Zutaten

Teig
250 g Mehl
125 g weiche Butter
1 Ei
Salz

Rezept für ein Zwiebelkuchen

Belag
1 kg milde Zwiebeln
1 EL Mehl
1 Messerspitze Muskatnuss
100 g Creme fraiche
2 Eier
Salz, Pfeffer

Das Mehl in eine Schüssel sieben. Mit Butter und dem Ei verkneten. 1 ½ Eßlöffel Wasser dazu geben. Den Teig nicht zu kräftig kneten und dann 1 Stunde ruhen lassen.

Für den Belag die Zwiebeln schälen und in feine Streifen schneiden. In einem Topf mit etwas Butter glasig schmoren. Mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer würzen. Mehl darüber stäuben und Creme fraiche dazu geben. Noch ein paar Minuten köcheln lassen. Die Eier verquirlen und über die Zwiebelmasse geben.

Den Ofen auf 200 °C vorheizen.

Den Teig ausrollen, in eine Springform legen und mehrmals mit einer Gabel einstechen. Die Zwiebeln auf den Teig verteilen und etwa 30 Minuten goldgelb backen. Lauwarm servieren.

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