Verwirrungen entwirrt – Die neuen VDP-Klassifikationen

Mit dem Weinjahr 2012 wird im Verband der Deutschen Prädikats- und Qualitätsweingüter e.V. vieles anders. Einige Bezeichnungen fallen weg, andere kommen hinzu und wieder andere gewinnen wieder an Bedeutung. vinello.de hilft Ihnen aktiv dabei, in den neuen Reglungen kundig zu werden und die Verwirrung zu entwirren.

Deutsche Weine – Das Klassifikationsmodell

So gibt es jetzt eine je nach Herkunft und nicht mehr nach Oechslegrad gestaffelte Klassifikationspyramide. Diese beginnt bei den VDP.Gutsweinen, geht über die VDP.Ortsweine, VDP.Erste Lage und endet an der Spitze mit der VDP.Grosse Lage. Dies fördert die Qualität und schickt das verwirrende System der Bestimmung eines Weines nach seinem Zuckergehalt dahin, wo es hingehört – in die Schublade. Denn die Mostwaage, mit der erstmals Ferdinand Oechsle das Mostgewicht, den Anteil gelöster Stoffe im Traubensaft, gemessen hat, gibt keine wirkliche Aussage über die spätere Qualität des Endprodukts. Zwar ist ein hoher Zuckergehalt im Most noch immer wünschenswert, jedoch wurden Säuregehalt und andere terroir-bedingte Eigenschaften ausgeklammert. Seit der Oechsle-Klassifikation von 1971 sind die ehemals 30.000 Lagen zu 4000 zusammengekürzt wurden – jetzt haben die Winzer wieder die Möglichkeit alte und vor allem altbewährte Lagen eintragen zu lassen. Der Effekt der Novelle ist mannigfaltig. Einerseits bekommt der Kunde eine bessere Übersicht und Sicherheit beim Kauf, andererseits begünstigt es die Vielfalt in den Weinregionen und die einmalige Kulturlandschaft in den alten Lagen Deutschlands wird erhalten. Aufgeschlüsselt werden die neuen Lagenbezeichnungen wie folgt:

  • VDP.Gutswein: der Einstiegswein innerhalb eines VDP-Weinguts – die Grundanforderungen an naturverbundenen Weinbau, traditionsbewusster Verarbeitung und regelmäßige Qualitätskontrollen sind gewährleistet
  • VDP.Ortswein: die besten Weinberge werden mit typischen Reben bepflanzt – trockene Weine werden „Qualitätswein trocken“ genannt, fruchtsüße tragen Prädikate von Kabinett, über Beerenauslese bis Eiswein
  • VDP.Erste Lage: die herausragenden Lagen innerhalb der besten Weinberge, die sich durch ein besonderes Terroir auszeichnen und langfristig erstklassige Qualitäten hervorbringen
  • VDP.Grosse Lage: alle vorausgegangenen Vorraussetzungen müssen erbracht worden sein, die Parzellen sind eng umrissen und das Lagerungs-, sowie Reifepotential ist extraordinär – die besten Weine Deutschlands
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