Weinland Südtirol – Weinwanderungen und Törggele-Touren

Blick vom Ritten in den Bozner Talkessel

Südtirol – Verwöhnurlaub für Augen, Gaumen und Seele

Auf dem Rittner Horn mit Magnum Winkl und bestem Panorama-Blick

Seit Kindertagen war ich während der Herbstferien mit meinen Eltern im wunderschönen Südtirol zum Wandern. Rückblickend sind es wunderschöne Zeiten gewesen und wenn Ihr nicht schon selbst im Bann des Südtiroler Herbstes geraten seid, dann wird es in diesem Blogbeitrag mein Auftrag sein Euch mit Wort und Bild zu überzeugen. Das Zentrum Südtirols liegt zweifelsohne im Bozner Talkessel. Die Landschaft begeistert mit bunt gefärbten Mischwäldern, prachtvollen Obstgärten und Weinbergen, die sich sanft an den Fels schmiegen. Mit 300 Sonnentagen ist die Region ohne Zweifel eine der sonnigsten der Alpen und schönes Wetter ist (fast) garantiert.

Meine frühesten Erinnerungen sind geprägt von zwei Eindrücken: einerseits die wunderbare Berglandschaft mit ihrer klaren Luft und andererseits die Einkehr in Höfen und Buschenschanken verbunden mit kulinarischen Genüssen, wie Südtiroler Speck, Almkäse, Knödeltris, Schüttelbrot und Holundersaft. Vor zwei Jahren hab ich mich, nach 15-jähriger Abstinenz, erneut nach Südtirol gewagt. An alte, bekannte Plätze, die mir auch nach der langen Zeit noch so vertraut erschienen. Selbstredend sind mir die Weine Südtirols schon lange als Garanten steter Qualität ans Herz gewachsen und ich wusste, welche Anlaufstellen ich besuchen sollte. Doch das Spannende am Weingeschäft ist, dass man stets neue Entdeckungen machen kann, voraussetzend man ist ein offener und unvoreingenommener Charakter.

Was bedeutet Törggelen?

Ein Glas "Nuier"

Der Startpunkt meiner Kindheit war stets der Ritten. Der Hausberg Bozens ragt mit seinem stolzen Rittner Horn mehr als 2000 Meter über der Hauptstadt der Region. Vom Ritten aus kann man wunderbare Törggele-Touren in die Rittner Gemeinden unternehmen. Doch was ist Törggelen? Keineswegs hat es etwas mit dem Torgeln des Wirtshausbesucher zu tun, der dem Wein etwa zu stark zugesprochen hat. Dazu servieren die Weinbauern lokale Produkte – oft aus eigener Produktion – und stets in bester Qualität.Der Wortstammt greift auf das lateinische torculus zurück, was nichts anderes als Traubenpresse heißt. Beim Törggelen werden nach der Weinlese die Weinbauern besucht und der frische Most oder junge Wein probiert.

 

Eine kleine kulinarische Wanderung gefällig?

Eine meiner Lieblingswanderrouten ziehtsich von Oberbozen, welches Sie mit der Rittnerseilbahn von Bozen aus erreichen, über Maria Himmelfahrt zum Ebnicherhof zum Bozner Stadtteil St. Peter, in dem das Weingut Messnerhof gelegen ist bis ins Zentrum Bozens. Der Startpunkt ist der Platz vor der Seilbahn, man folgt der Beschilderung der Wanderroute 2 nach Maria Himmelfahrt und genießt einen traumhaften Panoramablick gen Schlern und Rosengarten. Nach einer guten halben Stunde erreicht man die kleine Ortschaft Maria Himmelfahrt. Hier findet man schöne Patrizierhäuser der Bozner Oberschicht, die schon in der Renaissance den Ort zur Sommerfrische als Fluchtpunkt vor der Hitze im Talkessel nutzten.

Die Kapelle in St. Peter

Im pittoresken Ortskern findet sich das Gasthaus Schluff, hier kann man in der urigen Stube dem Törggelen frönen. Weniger als eine Stunde auf der Route 2 Richtung Bozen gelangt man durch einen Wald am Chalet Grumer vorbei auf eine Almwiese. Hier darf man die Biegung nicht verpassen, denn die Beschilderung zum Ebnicherhof ist etwas versteckt. 15 Minuten später, mit einigen ausgezeichneten Ausblicken, steht man vor dem Ebnicherhof. Auf der großen Panorama-Terasse kann man sich diverse Südtiroler Köstlichkeiten schmecken lassen – von der Marende (Speck, Kaminwurz, Käse, sauer Eingelegtes) über Leberknödelsuppe bis hin zu Schluzkrapfen bietet die Bauernküche reichlich kulinarische Genüsse. Am besten fragt man nach Nuiem (der junge Wein), leckerem Apfel- oder Holundersaft oder einem durchaus ordentlichen Blauburgunder aus hauseigener Produktion. Frisch gestärkt kann man die Wanderung fortsetzen und folgt der Beschilderung 2 nach Bozen.

Vom Ebnicherhof ist man in ca. 90 Minuten in St. Peter. Am Besten man geht den Weg 2A Richtung Bozen/St. Peter. Diesem folgt man bis er sich mit dem Weg 2 vereint und schwenkt später auf den Weg 3 Richtung St. Peter. Vom Weiten kann man den grün-gedeckten Kirchturm sehen, der sich direkt neben dem Messnerhof befindet.

Hier kann man, nach Vorankündigung bei Bernhard Pichler, in einem modern ausgebauten Dachgeschoss mit Fernblick die ausgezeichneten Weine probieren, die Kellerei besichtigen und sich von der Fachkenntnis Bernhards beeindrucken lassen. Zum Zielpunkt der Bozner Lauben sind es nun nur noch 30 Minuten Fußweg ins gut beschilderte Zentrum. Wenn man noch genug Zeit hat, dann lohnt in St. Peter der Besuch des Schlosses Runkelstein und seines beeindruckenden, mittelalterlichen Parzival-Freskenzyklusses. Im Bozner Stadtentrum findet man eine Vielzahl erstklassiger Restaurants und Gaststuben, in denen man die besten Weine der Region genießen kann

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