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Körper

Mit dem Körper eines Weines - oder auch mit den Begriffen Substanz, Fülle oder Rückgrat - wird in der Weinsprache dessen Gehalt an Gesamtextrakt verstanden. Der Körper definiert sich nicht nur über den Alkoholgehalt, sondern ergibt sich durch das Zusammenwirken aller Inhaltsstoffe eines Weines. Noch umfassendere Beschreibungen von Weinen liefern die Begriffe Struktur, Charakter und Textur, bei denen es ebenfalls um die spezifische Wechselwirkung ihrer Inhaltsstoffe und das daraus resultierende sensorische Gesamterlebnis geht.

Bestimmung von \"körperreichen\" oder \"schlanken\" Weinen

Im Idealfall zeigt ein Wein ein ausgewogenes Verhältnis all seiner sinnlich wahrnehmbaren Komponenten. Ein guter \"körperreicher Wein\" besitzt in der Regel einen höheren Alkoholgehalt (ab etwa zwölf Volumenprozent) sowie einen hohen Anteil an Gesamtextrakt. Sein Gesamteindruck ist \"ausgewogen\" sowie \"füllig\" oder \"kraftvoll\". Ein körperreicher Wein, der unharmonisch wirkt, ist \"mastig\". Zu wenig Körper hat einen wässerigen, dünnen oder hohlen Gesamteindruck zur Folge. Ein \"schlanker Wein\" verfügt über vergleichsweise wenig Körper, zeigt jedoch ein harmonisches Zusammenwirken von Inhaltsstoffen und Aromen.

Was ist der Gesamtextrakt?

Wein kann bis zu 8.000 verschiedene Inhaltsstoffe enthalten - etwa 500 davon spielen für seine Beschaffenheit eine wesentliche Rolle. Hierzu zählen beispielsweise Restzucker, Gerbstoffe/Tannine, Glycerin, Säuren, verschiedene Stickstoffverbindungen sowie Mineralien und Spurenelemente. Ihre Menge und Zusammensetzung entscheiden über die Farbe, die Aromen, die Haltbarkeit und die generelle Qualität von Weinen. Welche Menge an Gesamtextrakt enthält, entscheidet sich bereits im Weinberg. Wichtige Faktoren sind hier das Mikroklima einer Lage und die Niederschlagsmengen während der Traubenreife. Auch der Zeitpunkt der Lese ist bedeutsam für den Extraktgehalt von Wein. Spätlesen, Beeren und Trockenbeerenauslesen erreichen Extraktmengen über 30 Gramm pro Liter, Weine aus frühen Lesen dagegen nur etwa 20 Gramm pro Liter. Als Faustregel kann gelten: Je weniger Wasser die Weinbeeren enthalten und je weniger Trauben an einem Rebstock wachsen, desto größer ist die Menge an Gesamtextrakt.