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Agraffe

Agraffe ist die in Deutschland übliche Bezeichnung für das Drahtgeflecht der Schaumweinkorken. Alternative Bezeichnungen sind Drahtkörbchen, Versandbügel, Vierdrahtverschluss oder Abfüllbügel. Im Französischen heißt es Muselet, was wörtlich als \"Maulkorb\" übersetzt wird. 

Schaumweinkorken - anders aufgebaut als Stillweinkorken

In Sekt- oder Champagnerflaschen herrscht im Vergleich zu Stillweinen ein hoher Innendruck, aus diesem Grund müssen ihre Korken etwas anders konzipiert sein. Agraffen sollen die Gasdichtigkeit des Korkens garantieren und außerdem verhindern, dass er nach dem Öffnen sofort aus der Flasche schießt.
 
Grundsätzlich haben Schaumweinkorken deshalb einen größeren Durchmesser als Stillwein-Korken. Ihr Korpus besteht aus Korkagglomerat, das für eine gleichmäßige Festigkeit und Elastizität des Korkens sorgt. Auf der sogenannten Klarseite - der Fläche, die mit dem Flascheninhalt direkt in Berührung kommt - werden Naturkorkscheiben aufgeklebt. Die typische Pilzform von Sektkorken bildet sich übrigens erst während der Flaschenlagerung heraus, da sich der Korken im Flaschenhals nicht ausdehnen kann, seine Elastizität im Lauf der Zeit jedoch geringer wird. 

Agraffen - ausschließlich bei Sekt- und Champagnerflaschen

Die Agraffe hält den Korken in der Flaschenmündung fest, indem sie ihn am Flaschenhals fixiert. Bei Schaumweinkorken aus natürlichem Kork verhindert eine auf dem Kopf des Korkens liegende Metallkapsel, die als Plaque oder Helm bezeichnet wird, das Einschneiden des Drahtes in den Korken. Bei Kunststoffkorken ist dieser Schutz nicht erforderlich.
 
Das Anbringen der Agraffen der Schaumweinkorken erfolgt heute maschinell. Die Flaschen von Perlwein dürfen nicht damit versehen werden. Das europäische Weingesetz zielt mit dieser Verordnung auf die visuelle Unterscheidbarkeit von Schaum- und Perlweinflaschen ab.