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Barolo

Der Barolo ist ein trockener Rotwein aus der Langhe-Region im norditalienischen Piemont. Seine Namensgeberin ist die gleichnamige norditalienische Gemeinde. Weltweit zählt er zu den bekanntesten Rotweinen Italiens. Alle Barolos sind reinsortige Weine, für ihre Herstellung ist ausschließlich die Nebbiolo-Rebe zugelassen.

Neben internationalen Spitzengewächsen gibt es solide Alltagsweine. Durch Ertragsreduktionen und die Rückkehr zu schonenden Anbau- und Verarbeitungsmethoden haben die Barolos in den letzten Jahren sowohl in Italien als auch international eine echte Renaissance erlebt. 

Der DOCG-Status - Endpunkt einer wechselvollen Geschichte

Historisch wurden Barolos zum ersten Mal zu Beginn des 18. Jahrhunderts erwähnt. Damals handelte es sich allerdings um einen restsüßen Wein aus der Nebbiolo-Traube, der vor allem in Großbritannien Anklang fand. Der heutige Barolo entstand im Laufe des 19. Jahrhunderts, wobei auch französische Önologen eine zentrale Rolle spielten. Durch den Import von Kellertechniken aus der Champagne - unter anderem die Gärung im kühlen Mikroklima unterirdisch angelegter Keller - bekamen diese de Gärprobleme der historischen Barolos in den Griff.

Am Ende dieses Lernprozesses stand ein sehr hochwertiger, trocken ausgebauter Rotwein, der bald zu den Lieblingsgetränken der italienischen Oberschicht sowie des Königshauses gehörte. Bis weit ins letzte Drittel des 20. Jahrhunderts erlebte der Barolo eine wechselvolle Geschichte, die über weite Strecken durch einen permanenten Niedergang geprägt war. Im Jahr 1966 erhielten seine Anbaugebiete den DOC-Status, der DOCG-Status wurde ihr 1980 verliehen und 2010 nochmals aktualisiert. 

Spezifische Terroirs, reichhaltige Aromen, lange Lagerzeiten

Die Anbauregion des Barolos wird durch sehr spezifische Terroirs geprägt. Gemeinsam sind ihren Lagen der maritime Ursprung und die daraus resultierenden kalk- und sedimentreichen Böden sowie ein gemäßigtes Kontinentalklima mit warmen, trockenen Sommern. Aus den westlichen Teilen der Region um La Morra kommen leichtere und duftige Barolos, das Gebiet um Serralunga bringt dagegen reichhaltige Weine mit starkem Körper und hoher Lagerfähigkeit hervor. Daneben gehören zu seiner DOCG-Region noch einige weitere Gemeinden. Die inoffiziellen Lagenklassifikationen für den Barolo werden anhand von insgesamt 170 geografischen Angaben vorgenommen. 

Die meisten Barolos entfalten komplexe, reichhaltige Aromen. Ihr Gehalt an Alkohol, Säuren und Tanninen ist recht hoch, was in früheren Jahrzehnten oft schwere, wuchtige, zuweilen schroffe Weine nach sich zog. Durch moderne önologische Verfahren, kürzere Maischestandzeiten und die Verwendung entrappter Trauben entstanden seit dem Beginn der 1990er Jahre weichere und modernere Weine. Die Lagerzeit für Barolos beträgt mindestens 38 Monate. Für Riservas sind 62 Monate vorgeschrieben, davon mindestens 18 Monate im Holzfass, vorgeschrieben. Auch nach der Flaschenabfüllung entfalten hochwertige Barolos ihr volles Profil oft erst nach längeren Lagerzeiten.