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Blanc de Noirs

Blanc de Noirs - \"Weißer aus Schwarzen\" - ist die französische Bezeichnung für einen Champagner, Weißwein oder Crémant, der aus roten Rebsorten gewonnen wird.

Das Verfahren zur Herstellung von Blanc de Noirs stammt aus der Champagne, wo es seit Jahrhunderten praktiziert wird. Heute findet es auch für die Herstellung von Crémants sowie in der Weinproduktion Verwendung. Crémants sind Schaumweine aus französischen und zu einem geringeren Teil aus belgischen oder luxemburgischen Weinregionen, die durch Flaschengärung nach der \"\"méthode champenoise\" erzeugt werden, für die die geschützte Herkunftsbezeichnung Champagner jedoch nicht verwendet werden darf.

Helle Kelterung von rotem Lesegut

Ein Blanc de Noirs entsteht, wenn die roten Farbpigmente aus der Beerenschale nicht in den Wein gelangen. Der Saft fast aller Weinbeeren ist unabhängig von der Färbung der Schalen hell, da sich die Farbstoffe zu fast 100 Prozent in der Beerenhaut befinden. Gelöst werden sie während der Gärung durch den Zucker im Traubensaft sowie während der Gärung durch den Alkohol. Ein Blanc de Noir entsteht, wenn der Saft vor der Gärung von den Beerenschalen getrennt wird.

Rasche Trennung von Traubensaft und Beeren

Die Produktion von Blanc de Noirs erfordert unverletztes Lesegut, dessen Kelterung unverzüglich nach der Lese erfolgt, um die Traubenschalen so schnell wie möglich von Saft zu trennen. In der Champagne werden dafür vor allem die Rebsorten Pinot Noir (Spätburgunder) und Pinot Meunier (Schwarzriesling). Oft ist ein Blanc-de-Noir-Champagner ein Cuvée dieser beiden Sorten: Der Pinot Noir soll dem Champagner Körper und Gewicht verleihen, der Schwarzriesling rundet durch seine Fruchtigkeit das Aroma des Champagners ab.

Im Gegensatz zu den farblosen Blanc de Blancs (Champagner oder Crémants) aus weißen Trauben (ohne Zugabe roter Sorten) weisen die Blanc de Noirs einen leichten Rosé-Ton auf. Zu dunkle Weine werden als Taché bezeichnet und nicht als Blanc-de-Noirs-Qualität vermarktet. Die Blanc de Noirs sind sowohl als Champagner als auch als Crémant in der Regel günstiger als die Blanc de Blancs, die fast ausschließlich aus der Chardonnay-Traube gekeltert werden, die deutlich teurer als die meisten roten Trauben ist.

Blanc de Noir außerhalb von Frankreich

Blanc de Noirs gibt es nicht nur in Frankreich, sondern auch in verschiedenen anderen Ländern. Spanien haben sie nicht nur als Schaumwein (Cava), sondern auch als Weinerzeugnis eine eigene Tradition. In den USA gab es Versuche, den sogenannten Zinfandel Blush auf dem Markt zu etablieren. Bei diesem weißen Zinfandel aus roten Trauben ging jedoch die Beerenfrucht-Charakteristik der Zinfandel-Weine verloren, der Zinfandel Blush hat sich aus diesem Grund niemals wirklich durchgesetzt.

Auch in Deutschland werden inzwischen einige Blancs de Noirs erzeugt. Weinrechtlich ist ihre Vermarktung hierzulande bisher nicht geregelt. Für die Vermarktung eines deutschen Schaumweins oder Weins als Blanc de Noirs wird vorausgesetzt, dass dieser zu 100 Prozent aus hell gekelterten Beeren gewonnen wird, die von Rebsorten stammen, die im deutschen Rebsortenverzeichnis der Gattung Noir zugeordnet werden. Ob der Wein aus einer oder mehreren dieser Rebsorten gekeltert wird, ist für die Bezeichnung als Blanc de Noirs dagegen unerheblich. Die Deklaration als Weißherbst ist für diese Weine in vielen Fällen unzulässig, da ein Weißherbst nur zu 95 Prozent aus sortenreinem, hell gekeltertem Wein bestehen darf und als Qualitäts- oder Prädikatswein einige weitere Kriterien erfüllen muss.