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Cabernet Dorio

Cabernet Dorio ist eine rote Rebsorte, die an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg gezüchtet wurde. Die öffentliche Vorstellung erfolgte 1971, im Jahr 2003 wurde Sortenschutz erteilt.

Die Kreuzungspartner für die neue Rebe waren die Rebsorten Dornfelder und Blaufränkischer (Blauer Limberger, Lemberger), was allerdings erst 2012 durch DNA-Analysen endgültig nachgewiesen wurde. Ursprünglich wurde angenommen, dass der Neuzüchtung die Rebsorten Dornfelder und Cabernet Sauvignon zugrunde lagen. Die Rebsorte hat damit die gleiche Herkunftsgeschichte wie der Cabernet Dorsa, beide Sorten wurden in Weinsberg zeitgleich und parallel gezüchtet. 

Neuzüchtung mit geringer praktischer Bedeutung

Der Cabernet Dorio ist eine spät reifende und winterharte Rebe, bei entsprechendem Ausbau können ihre Trauben zur Grundlage hochwertiger, komplexer Weine werden. Mit einer Rebfläche von 37 Hektar spielt sie allerdings im deutschen Weinbau nur eine marginale Rolle. Daneben gibt es einige kleinere Bestände in der Schweiz.

Der Dorio gedeiht am besten in guten Riesling-Lagen, fühlt sich an wärmespeicherden, steinigen Hängen mit Südwest- oder Südostausrichtung also besonders wohl. Zu einem optimalen Terroir tragen leichte bis mittelschwere, mineralische Böden bei. Bei ausgeprägter Blühfestigkeit erbringt die Rebsorte allenfalls mittlere Erträge, was zu einer hohen Qualität der daraus erzeugten Weine beiträgt. 

Samtige, körperreiche Weine mit sehr ausgewogenem Charakter

Die aus der Dorio-Rebe erzeugten Weine erreichen recht hohe Mostgewichte. Bei entsprechenden Ausbau entstehen daraus samtige, körperreiche Weine mit ausgeprägten Johannisbeer-Noten und einem ausgewogenen Verhältnis von milder Säure und Tanninen. Cabernet Dorio wird oft in Cuvées verwendet, denen er durch seinen harmonischen Charakter den \"letzten Schliff\" verleiht. Vor allem bei sortenreinen Kelterungen ist der Ausbau im Barrique-Fass optimal. Längere Lagerzeiten tragen dazu bei, dass sich das Profil dieser Weine danach voll entfalten kann. 

Ob sich die Rebsorte im deutschen Weinbau in größerem Umfang als eine feste Größe etablieren kann, ist bisher eine offene Frage. Auf jeden Fall besitzt sie großes Potenzial - ihre Zukunft steht und fällt mit Winzern, die bereit sind, dieses zu entwickeln.