A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z

Cru

Der französische Begriff  \"Cru\" - Gewächs - spielt im Weinbau als Grand Cru (großes Gewächs) oder Premier Cru (erstes Gewächs) eine Rolle. Daneben wird er auch auf Kaffee und Schokolade angewendet. Die Cru Classés für Wein wurden ab 1855 eingeführt, sie existieren parallel zum französischen AOC-System (\"Appellation d´Origine Contrôlée\"). Durch die Einführung der europäischen Weinmarktordnung im Jahr 2009 wurde an ihnen nichts geändert.

Cru Classés - individuelle Herkunftsklassifikation von Spitzenweinen

Die verschiedenen französischen Weinbaugebiete definieren Grand Cru und Premier Cru unterschiedlich. Verwendet werden sie entweder für eine Einzellage, ein Château (Weingut, \"Schloss\") oder auch eine Gemeinde. Generell beruhen die Grand-Cru- oder Premier-Cru-Klassifikationen auf der Idee des Terroir, das in der französischen Weinwirtschaft neben der Herstellungsmethode das wichtigste Kriterium zur Qualitätsbeschreibung ist. Die Klassifikation anhand des Terroirs liegt auch dem AOC-System zugrunde. Sie geht davon aus, dass es zwar Unterschiede zwischen einzelnen Jahrgängen geben kann, die Qualität des Bodens und des Mikroklimas einer Lage jedoch Konstanten sind, die über die Gesamtqualität eines Weins entscheiden. Im Vergleich zur AOC-Klassifikation zielen die Einstufungen als Grand Cru und Premier Cru einerseits konsequent auf Spitzenweine, andererseits auf deren sehr individuelle Herkunft ab.

Cru-Klassifikationen außerhalb von Frankreich

Außerhalb von Frankreich haben verschiedene Länder die Cru Classés in modifizierten Formen und mit jeweils unterschiedlichen Klassifikationskriterien übernommen. Zu ihnen gehören unter anderem Spanien, Italien und die Schweiz. In Deutschland bietet das erweiterte VDP-Klassifikationsmodell ab dem Jahrgang 2012 die Möglichkeit, \"große Lagen\" und damit die entsprechenden \"Gewächse\" zu definieren. Die VDP-Klassifikation basiert auf einem privatrechtlichen Statut des Verbandes der deutschen Prädikats- und Qualitätsweingüter, der keine gesetzgebenden Funktionen ausübt.