A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z

Cuvée

Der Begriff Cuvée wurde von \"cuve\" - der französischen Bezeichnung für einen Bottich, Weinbehälter oder Gärtank - abgeleitet. Seine Bedeutung ist in den verschiedenen Weinländern unterschiedlich. Auch in der Champagnerproduktion hat er einen speziellen Kontext. Im deutschen Sprachraum ist ein Cuvée ein Verschnitt aus verschiedenen Weinen.

Cuvée, Mariage, Mélange - in Frankreich Herkunftsausweis für ein Weingut

In Frankreich wird jeder separat abgefüllte Wein eines bestimmten Weinguts als Cuvée bezeichnet. Dabei kann es sich sowohl um einen Verschnitt von Weinen aus verschiedenen Rebsorten und unterschiedlichen Lagen als auch um reinsortige Weine handeln. Der eigentliche Verschnitt - also die Zusammenstellung der Cuvée - wird in Frankreich als Assemblage, Mariage (Vermählung) oder Mélange bezeichnet. Die Spitzenprodukte eines Weinguts werden zum Teil als CuvéePrestige oder als Tête de cuvée vermarktet. Allerdings werden diese beiden Begriffe häufiger in der Champagnerproduktion verwendet.

Cuvée im deutschen Sprachgebrauch - ein Verschnitt

Im deutschsprachigen Raum ist ein Cuvée ein Verschnitt verschiedener Weine. Erzeugt wird er auf verschiedene Art und Weise. Möglich ist sowohl das gemeinsame Keltern oder Vergären von Trauben verschiedener Rebsorten und Lagen als auch das spätere Verschneiden der entsprechenden Weine. Das Verfahren hat zum Ziel, die Qualität des Weines zu verbessern und/oder über mehrere Jahrgänge konstant zu halten.

Nord-Süd-Gefälle für die Mariage von Weinen

Interessanterweise setzen deutsche, österreichische und Schweizer Winzer bisher selten auf Cuvées, sondern produzieren vor allem reinsortige Weine, die zu mindestens 85 Prozent aus einer Rebsorte gewonnen werden. Ein Grund dafür ist, dass Trauben und die daraus erzeugten Weine im kühlen, nördlichen Klima eine größere Vielfalt von Aromen zeigen. Für Prädikatsweine ist Reinsortigkeit im deutschen und österreichischen Weingesetz sogar ausdrücklich vorgeschrieben, Cuvées können dagegen \"nur\" den Status von Qualitätsweinen bestimmter Anbaugebiete erhalten. In wärmeren Regionen, aber auch in den nördlichen Weinbaugebieten Frankreichs gehört die Mariage dagegen zum Alltag der weitaus meisten Winzer. Durch die Melange verschiedener Rebsorten und Weine erzielen sie ein komplexes Endprodukt. Beispielsweise werden die meisten Bordeaux-Weine aus drei bis fünf Rebsorten gekeltert. Für die Herstellung des Châteuneuf-du-Pape aus der gleichnamigen Appellation des südlichen Rhône-Tals - ist sogar eine Mélange aus bis zu 13 Rebsorten zugelassen. Auch die meisten Chiantis und Rioja-Weine sind Cuvées.

Was ist besser - Mélange oder sortenreiner Wein?

Viele Weinkenner präferieren zumindest hierzulande sortenreine Weine. Ein Pinot Noir, Riesling oder Weißburgunder hält in der Regel, was er vom Namen her verspricht. Bei einem Cuvée kommt es dagegen auf die Kunst des Kellermeisters an, ob das Resultat perfekt, durchschnittlich oder eher enttäuschend ist. In Frankreich, Spanien und Italien hat sich die Kunst der Assemblage allerdings über Jahrhunderte entwickelt, auch anspruchsvolle Weinkäufer wissen zum Teil nicht, dass sie mit ihrem Bordeaux oder Rioja einen Cuvée erwerben. Deutsche Cuvées sind bisher selten und werden - fast ausschließlich als Rotwein - nur in geringen Mengen hergestellt. Dabei handelt es ausnahmslos um sehr hochwertige Weine.

Cuvée in der Champagnerproduktion

Als Champagner dürfen ausschließlich Schaumweine aus der französischen Weinregion Champagne bezeichnet werden, deren Herstellung nach der 1935 verbindlich festgelegten Méthode champenoise erfolgt ist. Die Produktion von Champagner folgt in allen Arbeitsschritten strikten Regeln, die seit 1994 auch durch EU-Recht festgeschrieben sind. Unter anderem betreffen sie die Traubenmenge, aus denen der Most für den künftigen Champagner gekeltert werden darf. Aus vier Tonnen Trauben dürfen für die Champagnerproduktion maximal 2.666 Liter Most gewonnen werden. Die ersten 2.050 Liter - also Traubenmost bester Qualität aus dem ersten Pressgang - werden als Cuvée oder Tête de cuvée bezeichnet, die restlichen 616 Liter heißen Taille. Überschüssiger Most - die Rebéche - darf für die Champagnerproduktion nicht verwendet werden. Die meisten Champagnersind nach deutschem Verständnis ein Cuvée und können aus bis zu 50 verschiedenen Weinen verschiedener Jahrgänge und Rebsorten bestehen, ihre Mischung oder Assemblage gehört zu den sorgfältig gehüteten Geheimnissen der Winzer der Champagne. Jahrgangschampagner werden nur in besonders guten Jahren hergestellt und müssen zu mindestens 80 Prozent aus dem auf dem Etikett der Flasche angegebenen Jahrgangswein bestehen.