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EU Weingesetz

Das EU Weingesetz in seiner heutigen Form geht auf ein Grundsatzpapier der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2006 zurück. Im April 2009 erließ der EU-Rat auf dieser Basis die Europäische Weinmarktverordnung (Gemeinsame Marktorganisation für Wein, GMO). Ein Jahr später folgten zwei umfangreiche Ausführungsverordnungen zur GMO. Die zum Teil deutlich strikteren nationalen Weingesetze wurden den EU-Bestimmungen angepasst, blieben jedoch weitgehend in Kraft.

Das EU Weingesetz - Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Winzer

Mit ihrer Gesetzesinitiative reagierten die EU-Gremien auf Krisentrends in den europäischen Weinbauländern. Die 2006 veröffentlichen Zahlen der EU-Kommission wiesen einen rückläufigen Konsum europäischer Weine im Umfang von 750.000 Hektolitern jährlich aus, gleichzeitig hatten die Weinimporte aus Drittländern deutlich zugenommen.

Bis 2010 hätte die europäische Überproduktion geschätzte 27 Millionen Hektoliter Wein betragen, entsprechend drastisch waren die erwarteten Einkommensverluste für die Weinwirtschaft. Das neue Weingesetz sollte die Wettbewerbsbedingungen für europäischen Wein verbessern. Wichtige Änderungen betreffen unter anderem das Weinbezeichnungsrecht, Ertragsvorgaben sowie verschiedene Verfahren der Weinbereitung. Die gravierendste Veränderung bestand in der Einführung neuer Qualitätsweinstufen anhand des international etablierten Herkunftsprinzips für Wein. 

Nationales Weinrecht wird in das EU-Recht integriert

Ab den 1930er Jahren etablierte sich in Frankreich für die Qualitätsklassifikation von Wein das Appellationssystem, das als Vorbild für die meisten anderen europäischen Weinbauländer diente. 
Im deutschen und österreichischen Weinrecht wurden die Qualitätsklassen von inländischen Weinen dagegen über den Zuckergehalt des Mostes und eine Regionalbezeichnung definiert, Ursprungs- und Lagenklassifizierungen waren dagegen kein entscheidendes Qualitätskriterium.

Da die traditionellen Namen deutscher und österreichischer Qualitäts- und Prädikatsweine weiterhin verwendet werden dürfen, wird das nationale Weinrecht an dieser Stelle nahtlos in das EU-Recht integriert. Neu ist, dass die 13 deutschen Qualitätsweinanbaugebiete laut EU Weingesetz automatisch den Status einer geschützten Ursprungsbezeichnung haben.

Die Erzeuger können für ihre Weine den Antrag auf eine geschützte Ursprungsbezeichnung stellen, in dem sie Ort und/oder Lage, Rebsorten, Ertragsgrenzen und gegebenenfalls auch relevante önologische Verfahren definieren. Wenn ihr Antrag erfolgreich ist, wird die neue Appellation in das EU-Weinregister eingetragen.