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Flaschenverschluss

Der klassische Flaschenverschluss für Wein und Sekt ist seit Jahrhunderten der Korken. Weinkorken nutzen bereits die antiken Winzer, in der neuzeitlichen Weinherstellung haben sie sich seit dem 18, Jahrhundert durchgesetzt.

Weinkorken aus Naturkork - nur begrenzt verfügbar

Der Grundstoff für Weinkorken ist die Rinde der Korkeiche, die im mediterranen Raum verbreitet ist. Geerntet werden kann sie frühestens ab dem 25. Lebensjahr der Bäume, danach werden die Schälungen alle zehn Jahre vorgenommen. Angesichts der globalen Weinproduktion von geschätzten 17 Milliarden Flaschen jährlich ist die Verfügbarkeit dieses Materials jedoch begrenzt. Auch die Qualität des Korks wird schlechter. Die Fehlerquote der Weine mit diesem Flaschenverschluss liegt zwischen fünf und zehn Prozent. Dabei spielen nicht nur der bekannte \"Korkschmecker\", sondern zunehmend auch unspezifische muffige Fehltöne eine Rolle.

Alternative Flaschenverschlüsse - Kunststoffkorken, Schraubverschlüsse, Glas

Korken aus Kunststoff sind heute weit verbreitet. Anders als Naturkork eignen sie sich nicht für eine längere Lagerung. Gleiches galt ursprünglich auch für Weinflaschen mit einem Schraubverschluss, da der Wein in ihnen deutlich schneller oxidiert. Dieses Problem wurde durch die sogenannten Stelvin Caps gelöst, die in Australien entwickelt wurden. Bei diesem Schraubverschluss ist die Dichtung mit einer Zinnfolie versehen, die dafür sorgt, dass kein Luftaustausch erfolgen kann. Verwendet werden sie heute nicht nur für Alltagsweine, sondern auch für hochwertige Produkte.

Da dieser Schraubverschluss absolut gasdicht ist, stellt er jedoch einige neue Anforderungen an die Weinhersteller, da er den Stil von Weinen ändern kann. Weine, deren Flaschen Stelvin Caps erhalten sollen, dürfen nicht zu stark reduktiv ausgebaut und nur moderat geschwefelt werden. Bei Rotwein reduziert dieser Flaschenverschluss die Tannin-Extraktion, was einen eleganteren Charakter und fruchtigere Aromen nach sich ziehen kann. Außerdem entscheiden die Tannine nicht mehr über die Lagerfähigkeit des Weines.

Weinstöpsel aus Glas befinden sich derzeit in der Erprobungsphase. Ihre Auswirkungen auf den Charakter und die Lagerfähigkeit von Wein sind bisher nicht umfassend erforscht.