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halbtrocken

In der Geschmacksnote zwischen trocken und lieblich angesiedelt, entfalten halbtrockene oder feinherbe Weine ihre interessanten und charaktervollen Aromen. Weine und Sekte mit der Bezeichnung halbtrocken verdanken ihre besondere Note ihrer leichten Restsüße. Wie viel Zuckergehalt erlaubt ist, ist dabei per EU-Verordnung genau festgelegt. Bei Wein dürfen es höchstens 9 - 18 Gramm unvergorener Zucker sein, wenn der Säuregehalt um mindestens 10 g pro Liter niedriger ist als der restliche Zuckergehalt. Bei Sekt liegt die Grenze bei maximal 33 - 50 Gramm Zucker pro Liter.

Halbtrocken und charaktervoll, spritzig und delikat

Nicht nur die Restsüße bestimmt den Charakter eines Weines oder eines Sektes, sondern in großem Maß seine sonstige Ausprägung. Im Zusammenspiel der Geschmacksnuancen liegt das Geheimnis. So verliert ein Wein mit wenig Ausdruck und mit der exakt vorgeschriebenen Restsüße den Vergleich mit einem spritzigen säurebetonten Wein, der mehr Zucker enthält und so eine viel interessantere geschmackliche Bandbreite bietet.

Die Restsüße entsteht auf verschiedene Arten

Zum einen lässt sich aus einem Most mit sehr viel Zuckergehalt halbtrockener Wein gewinnen. Mit zunehmender Reife der Trauben nimmt der Gehalt an Zucker zu, der Säuregehalt wird weniger. Wenn dieser Wein nicht vollkommen durchgärt, sondern in seiner Gärung gestoppt wird, sobald etwa 12 Volumenprozent Alkohol erreicht sind, verstoffwechseln die Gärhefen den Zucker nicht mehr in Alkohol. Unterbricht der Kellermeister den Wein in seiner Gärung, muss der Wein gefiltert und sterilisiert werden.

Eine weitere Methode, Restsüße zu erhalten, ist es, dem bereits vergorenen Wein eine Süßreserve in Form von unvergorenem Most zuzufügen. Per sogenannter Dosage, also dem Zusetzen von in Wein gelöstem Zucker, erhalten Sekt und Champagner ihre Restsüße direkt vor der Verkorkung. Die Zusammensetzung dieser Dosage ist das gut gehütete Geheimnis der Hersteller, denn damit entscheidet sich wesentlich der Charakter und der Stil des genussvollen Getränks.