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Hunter Valley

Das berühmte australische Weinanbaugebiet Hunter Valley liegt in New South Wales, knapp zwei Autostunden nördlich der Metropole Sydney an den Uferregionen des Hunter Rivers. Der Weinbau hat dort eine fast 200-jährige Tradition. Bereits in den 1820er Jahren pflanzten innovative Siedlerfamilien die ersten Weinstöcke im Lower Hunter Valley. Über 60 Rebsorten kommen mittlerweile am Hunter River zum Anbau, und zwar sowohl rote als auch weiße Sorten.

Rund 100 Winzer produzieren klassische Weine wie Chardonnay, Gewürztraminer und Merlot. Aber auch der beliebteste Wein der australischen Bevölkerung, nämlich der vornehme weiße Spitzen- und Dessertwein namens Botrytis Semillon mit 30 Jahren Lagerzeit, wird dort produziert. Die hohe Qualität der Weine resultiert unter anderem aus der frühen Weinlese und aus der Kaltgärung.

Ein spezielles Klima lässt elegante und filigrane Weine gedeihen

Heiß bis gemäßigt, mit ausreichenden Niederschlägen, hohen sommerlichen und kühlen bis kalten winterlichen Temperaturen, so zeigt sich das Klima am Hunter River. Die Trauben entwickeln elegante Charaktere mit intensiven Aromen.

Zu den am meisten verbreiteten Trauben gehört die edle französische Syrah-Rotweinsorte, der Shiraz, der mit seiner intensiven dunklen Farbe und seinem charaktervollen Johannisbeer-Aroma bezaubert. Auch die weiße Rebsorte Semillion mit ihrer Zitrone-Apfel-Aprikose-Honig-Note gehört zu den edleren Trauben. Daneben sind Weine wie Chenin Blanc, Marsanne, Cabernet Sauvignon und Pinot Noir vertreten.

Die Besonderheiten der Kaltgärung

Bei der klassischen Gärung heizt sich der gärende Most langsam auf. Die Wärme bewirkt eine sogenannte stürmische Gärung, mittels derer ein großer Teil der leicht flüchtigen Weinaromen entweichen kann. Die Kaltgärung wiederum birgt das Risiko, dass die Hefen ihr Wachstum und ihren Stoffwechsel einstellen könnten.

Die Kunst des Winzers besteht darin, die Hefevermehrung gezielt zu verzögern. In temperaturgesteuerten Edelstahltanks kommt der Wein zur kontrollierten Gärung, und zwar bei einer Temperatur von etwa 15 Grad. Speziell geeignete Hefen werden eingesetzt. Die Gärung dauert dadurch länger, ein Aromaverlust während dieses Prozesses wird weitgehend vermieden. Der Zucker aus der Traube lässt sich behutsam in Alkohol umwandeln. Es entstehen fruchtige, frische, jung zu trinkende Weine.