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Hybridrebe

Eine Hybridrebe ist eine Rebsorte, die aus der Kreuzung von zwei unterschiedlichen Weinreben-Spezies entstanden ist. Im Gegensatz dazu sind Kreuzungsreben das Ergebnis von Neuzüchtungen aus zwei Rebsorten einer Art.

Weltweit gibt es heute 65 Grundweinarten (Vitis). In Europa entwickelte sich nur eine einzige Spezies - die europäische Weinrebe Vitis vinifera. Die meisten Hybridreben sind Kreuzungen aus Vitis vinifera und der amerikanischen Rebenart Vitis lambrusca.

Alte Hybriden - klimatische Anpassung und Qualitätsverbesserung

Die ersten europäischen Siedler fanden auf dem amerikanischen Kontinent zwar eine große Rebenvielfalt vor, waren jedoch mit dem Geschmack der daraus erzeugten Weine nicht zufrieden. Charakteristisch für den Wein aus autochthonen Reben waren ein sehr hoher Säuregehalt und ein ausgeprägter \"Fox-Ton\" (fox taste, \"fuchsiger\" Geruch/Geschmack).

Der Anbau reinsortiger Vitis-vinifera-Reben war aufgrund der unterschiedlichen klimatischen Gegebenheiten zunächst weitgehend erfolglos. Die sogenannten alten Hybriden konnten beide Probleme lösen. Bei den sogenannten alten Hybriden ging es ausschließlich um klimatische Anpassungen und vor allem um die Verbesserung der Qualität des Weins. In Weinbaugebieten mit kalten Klima - beispielsweise in Kanada, aber auch in England - sind sie noch heute stark verbreitet.

Importierte Hybridreben - Auslöser der Reblaus-Katastrophe

Mitte des 19. Jahrhunderts kam mit amerikanischen Hybridreben auch die Reblaus nach Europa. In den folgenden Jahrzehnten sollte die Reblaus-Katastrophe den europäischen Weinbau in vielen Anbauregionen fast vernichtet. Erfolgreich bekämpft wurde die Reblaus in Europe schließlich mit einer biotechnischen Veredlungsmethode: Durch das Aufpropfen auf die Wurzelstöcke von gegen die Reblaus resistenten Vitis-vinifera-Reben aus amerikanischen Beständen wurde die Schädlingsepidemie schließlich beendet.

Zuvor waren vor allem in Frankreich Versuche unternommen worden, der Plage durch das Auspflanzen amerikanischer Hybriden Herr zu werden, die weitgehend resistent gegen die Reblaus sind.

Aufgrund ihrer hohen Resistenz gegen viele Weinkrankheiten spielt die Hybridrebe auch im heutigen Weinbau eine Rolle - die sogenannten interspezifische Rebsorten verbinden die größere Widerstandsfähigkeit der amerikanischen Sorten mit der höheren Weinqualität ihrer Vitis-vinifera-Ahnen.