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Lage

Eine Lage bezeichnet im Weinbau den geografischen Anbauort von Weinen. Die Lagenklassifikation sämtlicher Weinanbauflächen wird in den meisten Weinländern durch Gesetze vorgeschrieben und geregelt. Der Ausweis guter Einzellagen ist eine wichtige Vermarktungsvoraussetzung für hochwertige Weine.

Im deutschsprachigen Raum werden die Lagen hierarchisch in Anbaugebiete, Bereiche, Großlagen sowie Einzellagen unterteilt. Anders als in den romanischen Herkunftsbezeichnungen ist damit keine Aussagen über den Typ, die Geschmacksrichtung oder Details der Herstellung des Weins verbunden. In Deutschland werden durch die Lagenklassifikationen nur Prädikats- und Qualitätsweine erfasst. Weine von begrenzter Qualität - die früheren Tafelweine - werden nach einer EU-Gesetzesänderung aus dem Jahr 2009 als \"deutscher Wein ohne Herkunftsbezeichnung\" vermarktet.

Die Anbaugebiete

Der Begriff des Anbaugebietes wird im deutschen Weingesetz seit 1971 verwendet. In Österreich werden diese weinwirtschaftlichen Großregionen als Weinbaugebiete, in der Schweiz als Rebbau-Zonen bezeichnet. In Deutschland gibt es insgesamt 13 Anbaugebiete für Prädikats- und Qualitätsweine, die sich mit Ausnahme von Sachsen und der Saale-Unstrut-Region aufgrund der klimatischen Gegebenheiten ausschließlich in Südwestdeutschland befinden.

Die Bereiche

Ein Bereich bezeichnet in der Weinwirtschaft ein definiertes Gebiet innerhalb der Anbaugebiete, das aus mehreren Lagen dieser Region besteht. Die Bereichsdefinitionen dienen vor allem Marketingzwecken, da sie ermöglichen, größere Weinmengen unter einer gemeinsamen Bezeichnung zu vermarkten.

Die Großlage

Eine Großlage umfasst mehrere Einzellagen, durch ihre Namensgebung ist sie von Einzellagen nicht zu unterscheiden. In Deutschland gibt es derzeit knapp 170 Großlagen, die im Schnitt eine Anbaufläche von 600 Hektar umfassen. Auch die Großlagen dienen vor allem der gemeinsamen Vermarktung der dort erzeugten Weine.

Bei Weinexperten und Verbrauchern sind viele Großlagen schlecht angesehen, da die ihnen zugeschriebenen Weine oft Verschnitte von Trauben aus verschiedenen Einzellagen sind oder aus vergleichsweise minderwertigen Lagen stammen. Auch Großlagen können natürlich zum Herkunftsort hochwertiger Weine werden, wenn sie sich aus guten Einzellagen zusammensetzen. Die Praxis zeigt jedoch, dass gute und bekannte Einzellagen auch individuell vermarktet werden.

Die Einzellage

Die Einzellage bezeichnet im deutschen Weingesetz eine bestimmte Rebfläche, die - von einigen Ausnahmen abgesehen - mindestens fünf Hektar groß sein muss und auf den Flaschenetiketten ausgewiesen wird. Die Bezeichnungen der rund 2.600 deutschen Einzellagen sind inzwischen nicht immer ein expliziter Qualitätsausweis, da manche ursprünglich bedeutende Lagen heute Rebflächen unterschiedlicher Qualität umfassen.

Im Zuge der EU-Weinmarktsreform 2011 wird echten Einzellagen heute jedoch wieder höhere Bedeutung zugemessen. Im Idealfall reflektieren die Bezeichnungen der Lagen das Terroir und damit die Charakteristik eines Weines wider, was vor allem für die Vermarktung von Spitzenweinen aus exzellenten Lagen wichtig ist.