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Lagerfähigkeit

Die Lagerfähigkeit von Weinen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Beeinflusst wird sie unter anderem von der Rebsorte, dem Rebenalter und der Art des Ausbaus. Lange Lagerzeiten sind heute allerdings für die meisten Weine nicht mehr vorgesehen - vielmehr werden sie so ausgebaut, dass sie ihre optimale Trinkreife bereits wenige Wochen nach der Abfüllung erreichen. Experten schätzen, dass nur noch fünf bis zehn Prozent der aktuellen Weine von längeren Lagerzeiten profitieren.

Gute Lagerfähigkeit mit älteren Reben

Die erste \"Entscheidung\" über die Lagerfähigkeit von Weinen fällt bereits im Weinberg. Ältere Rebstöcke eignen sich besser für die Erzeugung von Weinen mit langer Lagerfähigkeit. Jedoch stammen auch die Trauben für hochwertige Weine heute oft von Reben, die nur fünf bis zehn Jahre alt sind - die optimale Lagerungszeit für solche Weine wird hierdurch begrenzt. Den Ausschlag dafür geben die Bedürfnisse der Verbraucher, die ihren Wein heute kaum noch lange lagern, sondern im Handel ein ausgereiftes Produkt erwerben wollen.

Auch die Rebsorte hat Einfluss auf die Lagerfähigkeit. Für lange Lagerzeiten ist bei Rotwein ein hoher Tanningehalt von Vorteil - gut geeignet sind dafür beispielsweise die Rebsorten Cabernet Sauvignon, Nebbiolo, Syrah, Sangiovese und Tannat. Bei Weißweinen kommt es auf den Säuregehalt des Weines an, säurebetonte Sorten wie Grüner Veltliner oder Riesling haben meist eine gute Lagerfähigkeit.

Die Alterung und Reifung eines Weines ist ein komplexer chemischer Prozess, bei dem zahlreiche molekulare Vorgänge eine Rolle spielen. Einfluss auf die Lagerfähigkeit haben beispielsweise Oxidationsprozesse, pH-Wert sowie der Schwefel- und Alkoholgehalt des Weines. Durch Ertragsreduktionen, längere Maische-Standzeiten oder höhere Schwefelzusätze lässt sich das Lagerpotential von Wein verbessern. Im Barrique-Fass ausgebaute Weine sind durch ihren relativ hohen Alkoholgehalt ebenfalls oft lange lagerfähig.

Die Bedingungen der Lagerung beeinflussen die Lagerfähigkeit

Generell gilt, dass lageroptimierte Weine längere Reifezeiten benötigen. Wie lange sie danach wirklich lagerfähig sind, kann im Einzelfall sehr unterschiedlich sein. Auch die Bedingungen der Lagerung spielen dabei eine Rolle. Optimal ist eine dunkle, erschütterungsfreie und geruchsneutrale Umgebung mit einer Temperatur von 12 bis 16 Grad Celsius und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70 bis 90 Prozent. Weinflaschen sollten dabei grundsätzlich liegen, um das Austrocknen des Korkens zu verhindern.

Die weitaus meisten Weine verlieren heute bereits nach Lagerzeiten von einem bis drei Jahren deutlich an Qualität. Spätlesen und Auslesen sind in der Regel für drei bis sechs Jahre lagerfähig. Ein hohes Lagerpotenzial haben dagegen Beerenlesen, die vor dem Genuss mindestens zehn Jahre in der Flasche reifen sollten.