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Reblaus

Die Reblaus „Viteus vitifoliae“ gehört zur Familie der Zwergläuse und ist eine Pflanzenlaus. Die Reblaus ist ein winziger Rebenschädling, die sich ausschließlich von den Wurzeln, aber auch von den Blättern der Weinrebe ernährt. Es existieren zwei Rassen dieses Rebenschädlings, die langrüsselige und kurzrüsselige Form. In einem komplexen Generationswechsel pflanzt sich die Reblaus sowohl ober- als auch unterirdisch fort.

Die Geschichte der Reblaus

In den 1860iger Jahren gelangten Verwandte der Reblaus durch das Einschleppen von Rebstöcke aus der Ostküste Amerikas über London in den Süden Frankreichs. Von dort haben sich die Rebläuse rasant über sämtliche europäische Weingebiete ausgebreitet und führten zu einer Reblauskatastrophe und einer dramatischen Zerstörung von Reben im europäischen Weinbau. So wurden in Frankreich beispielsweise 2,5 Millionen Hektar Rebfläche vernichtet.

Die Ausbreitung der Rebläuse

Auch das Klima kann die Entwicklung der Reblaus beeinflussen. Eine frühe Vegetationsperiode und hohe Temperaturen im Sommer sorgen für eine hohe Anzahl der Generationszyklen und die Vermehrung der Wurzelrebläuse. Je wärmer und trockener der Spätsommer und der Herbst sind desto hoher ist die Anzahl von Wintereiern.

Zudem begünstigt ein lehmiger, durchlässiger Boden die Ausbreitung der Wurzelrebläuse, wohingegen sie in sandigen Böden stark behindert wird.

Die Schäden an der Rebe

Die Reblaus ist ein Gelegenheitsschädling. Der Befall der Blätter ist nur bei einem hohen Aufkommen der Reblaus eine Bedrohung für das Wachstum der Rebpflanze. Gefährlicher hingegen ist der Befall der Wurzel. Die Wurzelrebläuse ziehen durch Saugen an der Rebwurzel, Wasser und Nährstoffe heraus. Die Störung der Nahrungszufuhr schwächt die Rebpflanze schließlich so sehr, dass sie eingeht. Zudem können an den Saugstellen Bakterien, Pilze oder Viren eindringen, Fäulnisprozesse auslösen und schließlich den Rebstock schwächen.

Vorbeugung und Behandlung der Reblausschäden

Der entscheidende Schritt gegen die Reblausplage war die Einführung einer Pfopfrebe (Veredelung der Rebe). Dabei werden die Edelreiser einer reblausanfälligen Sorte auf Unterlagen veredelt, die reblausresistent sind. Auch heute mehr als 100 Jahre nach der Einführung dient die Pfopfrebe als Basis zur Vorsorge und Kontrolle der Reblaus. Bei einem Befall der Wurzel wird die Vitalität der Stöcke z.B. durch angepassten Rebschnitt verbessert. Des Weiteren verhilft eine gute Bodenpflege als auch das Düngen des Bodens die Wurzelbildung der Rebe zu fördern. Wurzelrebläuse sind zudem auch natürlichen Feinden ausgesetzt beispielsweise räuberischen Milben, Gall- oder Trauermückenlarven.

Die Blattreblaus wird von einer Reihe natürlicher Feinde bekämpft. Dazu zählen zum Beispiel die Florfliege, Marienkäfer, Schwebfliegenlarve, Spinnen, Milben, Wanzen oder Pilze.

Die Reblaus zeigt sich heute nur noch selten in Weinbergen mit veredelten Reben. Dennoch ist sie nicht vollkommen verschwunden. Sie passt sich gut an verschiedenste Bodenverhältnisse an und der befallende Weinstock zeigt erst sehr spät Reblaus-Symptome. Derzeitig steigt die Anzahl der Reblaus, aufgrund von sich verändernden klimatischen Verhältnissen, brachliegenden Weinbergen und steigender Anzahl von Zierreben, wieder an.