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Strohwein

Strohwein oder Schilfwein (französisch: vin de paille, italienisch: passito) ist ein spezieller Süßwein, für dessen Herstellung Trauben nach der Lese zunächst auf Strohmatten oder Holzgestellen getrocknet werden. Nach diesem Prinzip wurde schon in der Antike Wein erzeugt. Heute wird das Verfahren vor allem in den mediterranen Weinländern, aber auch in Österreich angewendet. In Deutschland ist die Herstellung von Strohwein seit 1979 lebensmittelrechtlich untersagt, da während der Trocknung gesundheitsschädliche Bakterien von den Strohmatten auf die Trauben und später in den Most gelangen können. 

Alkoholreiche, hochkonzentrierte Weine



Vor dem Pressen werden die Trauben für Strohweine mindestens drei Monate lang getrocknet, während dieser Zeit verlieren sie den größten Teil ihres Flüssigkeitsgehaltes. Gleichzeitig erhöht sich die Konzentration des Fruchtzuckers und der übrigen Weininhaltsstoffe. Aus dem Most dieser Trockentrauben entstehen während der Vinifikation in der Regel schwere, sehr komplexe Weine, deren Alkoholgehalt mindestens 14 Volumenprozent beträgt. Strohweine sind extrem lange lagerfähig und gewinnen mit jedem Jahr an Profil hinzu. 

Vor allem eine mediterrane Spezialität 



Strohwein kommt vor allem aus Italien, Frankreich - hier vor allem aus dem Jura - Spanien, Griechenland und Zypern. In Österreich werden sie insbesondere von einigen Winzern im Burgenland erzeugt. Die berühmtesten und international bekanntesten Strohweine sind der Recioto sowie der bitter-süße Amarone aus der DOGC-Region Valpolicella Classico in Venetien. Gekeltert werden sie aus den Rebsorten Corvina, Corvinone Veronese, Rondinella und Molinara. Beide Weine sind sehr ausgefallene Produkte, vor allem der Amarone gehört zu den ultimativen Wein-Delikatessen der Region.

Inzwischen hat sich ihrer Herstellung eine neue Winzergeneration verschrieben, die mit schonenderen Extraktionsverfahren für besonders facettenreiche, jedoch fruchtigere und weichere Aromen dieser Weine sorgt.