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Traubenwickler

Neben den Schadmilben sind die Traubenwickler die wichtigsten Schädlinge im Weinbau. Beide sind Nachtfalter, gehören zur Familie der Wickler und kommen in Europa zwei Unterarten - als Einbindiger oder Bekreuzter Traubenwickler - vor.

Die bekreuzte Unterart bevorzugt ein warmes trockenes Klima, in die mitteleuropäischen Weinanbaugebiete ist sie aus dem mediterranen Raum erst seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts in größerem Umfang eingewandert.

Generationsabhängige Schadwirkung des Traubenwicklers

Ihre Schadwirkung entfalten die Insekten generationsabhängig. Ihre erste Generation - der sogenannte Heuwurm - frisst sich nach dem Verlassen des Eis in den Blütenstand. Der Befall damit beginnt im Mai oder Anfang Juni. Anfangs wird er häufig übersehen und wird erst augenfällig, wenn die Raupen damit beginnen, die Blüten zu verspinnen. Die zweite Generation - der Sauerwurm - tritt im Juli und August, also während der Reifezeit der Beeren auf.

Die Raupe frisst sich in die Beeren oder spinnt sich zwischen mehreren Beeren ein, die dann gleichzeitig angefressen werden. Die dritte Raupengeneration - der Süßwurm - kommt ausschließlich bei Bekreuzten Traubenwicklern vor. Er tritt nur in warmen Jahren auf und ernährt sich von den süßen, ausgereiften Beeren.

Nach einem Befall mit Traubenwicklern werden die Beeren sehr anfällig für den Befall mit Botrytis-Pilzen. Zusammen mit dem Raupenfraß können daraus erhebliche Ertragseinbußen resultieren.

Bekämpfung durch chemische, biologische oder biotechnische Mittel

Für die Bekämpfung der Raupen ist die Bestimmung des Flughöhepunkts der Schmetterlinge und des Zeitpunkts der Eiablage wichtig, da sich hieraus die durchschnittliche Entwicklungsdauer der Eier sowie der Schlupfzeitraum der Raupen ermitteln lässt. Optimal ist, wenn die Bekämpfung der Raupen direkt nach dem Schlüpfen erfolgen kann. Die Bekämpfung des Traubenwicklers ist durch verschiedene Verfahren möglich: mit Insektiziden, durch bestimmte Bakterien, die durch die Raupen aufgenommen werden und als Fraßgifte wirken sowie auf biotechnischem Weg durch Pheromone, um die Paarung der Schmetterlinge zu verhindern.