A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z

Veganer Wein

Veganer Wein - auf den ersten Blick liest sich die Bezeichnung wie eine überkorrekte Deklarierung. Wein entsteht aus der Vergärung von Traubenmost und ist daher ein pflanzliches Erzeugnis. Allerdings sind in der Weinerzeugung auch Hilfsmittel zugelassen, die auf Gelatine, Hühnereiweiß oder Milch basieren. Ein veganer Wein muss selbstverständlich frei von solchen tierischen Substanzen sein.

Welche Aufgaben erfüllen tierische Produkte bei der Weinherstellung?


Tierische Substanzen werden verwendet, um einen Wein zu stabilisieren, zu klären und zu schönen. In Frage kommen hierfür aus frischer, pasteurisierter Milch gewonnenes Kasein sowie frisches oder getrocknetes Hühnereiweiß: Kasein ist in der Lage, Trübstoffe zu binden, aber auch Fehltöne - beispielsweise einen Essigstich - auszugleichen. Die Eiklarschönung findet vor allem bei der Rotweinherstellung Verwendung, um den Gehalt an Gerbstoffen zu vermindern. Das im Hühnereiweiß enthaltene Albumin bildet zusammen mit einem Teil der Gerbstoffpartikel einen feinkörnigen Niederschlag, der beim Um- oder Abfüllen des Weins durch Filtration entfernt wird. Lysozym - ein ebenfalls aus Hühnereiweiß gewonnenes Enzym - dient dazu, einen unerwünschten biologischen Säureabbau zu verhindern. Weitere tierische Produkte zur Weinklärung sind die getrockneten Schwimmblasen von Fischen (\"Hausenblase\") sowie Gelatine. 

Bei veganem Wein werden solche Aufgaben von anderen Substanzen, beispielsweise Aktivkohle pflanzlichen Ursprungs, Mineralerde (Bentonit) oder vegetabiler Gelatine, übernommen. 

Veganer Wein - oft nicht ganz leicht zu finden

Seit dem 1. Juli 2013 schreibt das EU-Weinrecht ab dem Grenzwert von 0,25 mg/l die Deklaration von Albumin, Kasein oder Lysozym auf den Flaschenetiketten vor, da diese Stoffe als Allergieauslöser wirken können. Keine Deklarierungspflicht besteht dagegen für Fischgelatine und die Hausenblase. 

Der letzte Punkt macht es nicht ganz einfach, im Handel echten veganen Wein zu finden. Fachhändler weisen jedoch oft von vornherein gesondert darauf hin und können natürlich auf diesbezügliche Fragen sicher Auskunft geben. Generell gilt, dass vor allem die Hersteller von Qualitäts- und Prädikatsweinen auf tierische Zusätze oft von vornherein verzichten.