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Vernaccia

Vernaccia ist der italienische Name für mehrere weiße und rote Rebsorten, die in verschiedenen italienischen Weinregionen wachsen. Der Name geht auf das lateinische Wort \"vernaculus\" zurück, das \"einheimisch\" bedeutet. Er verweist darauf, dass es sich bei diesen Weinsorten um autochthone und oft schon lange kultivierte Reben handelt.

Etwas irreführend kann die deutsche Bezeichnung Vernatsch sein. In Südtirol ist diese auch ein Synonym für die dort weit verbreitete rote Trollinger-Rebe, die ihren Ursprung nicht in Italien, sondern auf dem Balkan hat. 

Autochthone Reben aus verschiedenen Weinregionen

In Italien spielen diese Rebsorten in vielen Weinbauregionen von der Toskana bis Sardinien eine Rolle. Verwandt sind sie jedoch nicht in allen Fällen. Vermarktet werden die daraus erzeugten Weine meist zusammen mit einer entsprechenden Orts- oder Gebietsangabe. In der Weinregion Marken im östlichen Mittelitalien wird aus einer roten Sorte auch ein DOC-Schaumwein produziert. 
Die älteste urkundliche Erwähnung einer solchen Rebe stammt aus dem Jahr 1286.

In der Toskana wird aus dieser Sorte heute der DOCG-Wein Vernaccia di San Gimignano hergestellt. Er ist der bekannteste Vertreter der italienischen Vernatsch-Weine. Die Trauben dafür werden auf etwa 660 Hektar zugelassener Rebfläche kultiviert. 

Trockene Weine mit differenzierten Noten

Aus den Rebsorten dieser \"Weinfamilie\" werden fast ausschließlich trockene Weine hergestellt, die sechs bis zwölf Monate reifen, danach jedoch relativ jung getrunken werden sollten. Bei einem oft recht kräftigen Körper schmecken sowohl die Weißweine als auch die seltenere Rotweine aus diesen autochthonen Sorten frisch und aromatisch.

Je nach Anbaugebiet und Lage bilden sie fruchtige, aber auch nussige oder mineralische Duft- und Aromanoten aus. Ihr Alkoholgehalt liegt zwischen 11 und 13 Volumenprozent, die Gesamtsäure bei 5 bis 6,5 Promille.