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Weinfass

Um seinen Geschmack und sein Profil vollständig zu entwickeln, müssen Weine nach der Gärung reifen. In der Weinsprache heißt dieser Vorgang Ausbau, der wenige Monate, bei Spitzenweinen aber auch einige Jahre dauern kann. In der modernen Weinwirtschaft kann er auch in Edelstahltanks erfolgen. Trotzdem hat das traditionelle Weinfass seine Bedeutung nicht verloren, für viele Weine ist auch heute der Fassausbau die Regel.

Das Weinfass beeinflusst die Aromen eines Weines

Das Weinfass übt auf die Charakteristik der ihm ausgebauten Weine einen wesentlichen Einfluss aus. Das Fass bestimmt, in welchem Maße der Jungwein mit Holz und Luft in Berührung kommt und welchen Einfluss das Fass auf das Aroma eines Weines ab. Beispielsweise tragen alte Fässer zwar zur Reifung des Weines bei, beeinflussen seine Eigenschaften jedoch nicht durch die Abgabe von Holztanninen.

Bei jungen Fässern können die Holztannine das Aroma eines Weines dagegen erheblich prägen und seine natürlichen Geruchs- und Geschmacksnuancen beispielsweise durch Karamell- und Vanillenoten ergänzen. Bei Rotwein wird im Fass die Wirkung der Tannine abgemildert, was den Geschmack des Weins milder und komplexer werden lässt. Die Innenseite vieler Weinfässer wird \"getoastet\", um feine Raucharomen zu erzeugen.

Tendenz zu neuem Holz und kleineren Fässern

Die Größe der Fässer und die Art des Holzes werden heute sehr exakt auf die Charakteristik der Weine abgestimmt, die in ihnen reifen sollen. Weltweit setzt sich derzeit eine Tendenz zu kleinen Fässern durch, da durch diese unter anderem die Weinreifung beschleunigt wird. Gleichzeitig setzen die Kellereien stärker auf die Geschmackseinflüsse neuer Hölzer. Alte Weinfässer verlieren an Bedeutung, beispielsweise werden die meisten Barriques heute bereits nach maximal drei Jahren ausgemustert.

Die verwendeten Fasstypen sind im Einzelnen sehr unterschiedlich, ihre Wurzeln haben sie in regionalen Weinbautraditionen. Ein weltweit verbreiteter Klassiker ist das Barrique-Fass, das seinen Ursprung im französischen Burgund hat. Dominierenden Holzarten sind die französische Limousin-Eiche sowie amerikanische Eiche, die stärkere Geschmackseffekte hat.