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Welschriesling

Welschriesling

Der Welschriesling ist eine spät reifende und frostresistente Weißweinrebe, die sich im Kontinentalklimas Mittel- und Südosteuropas wohl fühlt und vor allem im Weinbau Österreichs und Ungarns größere Bedeutung hat.

 

Geschichte und Herkunft

Die Herkunft dieser Rebsorte lässt sich nicht exakt bestimmen. Angenommen wird, dass sie aus Norditalien stammt, worauf auch der Name Welschriesling verweist. Andere Weinforscher vermuten ihren Ursprung in der Champagne, wo sie heute jedoch nicht mehr kultiviert wird. Andere Annahmen beziehen sich auf eine Herkunft aus Rumänien.

 

Abstammung und Kreuzungspartner

Auch die Abstammung der Welschriesling-Rebe liegt bisher im Dunkeln, ihr nächster Verwandter ist der Elbling. Anders als ihr Name es vermuten lässt, bestehen keine Verwandtschaftsbeziehungen zum eigentlichen (Weißen oder Rheinischen) Riesling.

 

Anbaugebiete

Der Welschriesling wird allen österreichischen Weinregionen angebaut. Mit einer Anbaufläche von 3.597 Hektar ist er nach dem Grünen Veltliner die zweitwichtigste Rebsorte in Österreich. In der ungarischen Weinregion Badacsony ist sie die wichtigste Rebe. Weitere Anbaugebiete liegen in Rumänien, Bulgarien, Tschechien, der Slowakei sowie in den italienischen Weinbauregionen Trentino und Friaul.

 

Ampelografie

Das Blatt des Welschrieslings ist drei- bis fünflappig und glatt mit stark gezahntem Blattrand. Die Trauben sind mittelgroß, zylindrisch, sehr dichtbeerig, geschultert und mit einer mittelgroßen Beitraube versehen. Die Beeren sind gelbgrün gefärbt, dünnschalig, punktiert und sehr saftig.

 

Erträge

In guten Lagen erbringt die Welschriesling-Rebe hohe Erträge. Für die Erzeugung von Qualitätsweinen sind daher zum Teil Ertragsreduktionen angeraten.

 

Ansprüche an Lage und Boden, Terroir

Ideal für die Welschriesling-Rebe sind sandige Böden mit guter Wasser- und Magnesiumversorgung, jedoch geringen Niederschlägen. Sie ist frostresistent, benötigt für ein optimales Gedeihen jedoch sonnige und warme Lagen. Auf Trockenheit reagiert sie empfindlich und verliert dann an ausreichendem Triebwuchs. Der Welschriesling ist anfällig gegen Stiellähme - einer Störung der Zellstruktur der Traubenstiele, der durch geeignete Kulturmaßnahmen jedoch begegnet werden kann.

 

Charakteristik

Welschriesling-Weine gibt es in sehr unterschiedlichen Qualitäten, die von jungen frischen Weinen bis zu Prädikatsweinen reichen. Auch zur Sektherstellung wird oft Welschriesling verwendet. Jüngere Weine sind säurebetont und haben ein fruchtiges Bouquet mit Noten von Grünem Apfel oder Zitrusfrüchten. Beeren- und Trockenbeerenauslesen aus Welschriesling-Trauben weisen sehr komplexe Aromen mit feinen Honigtönen, Noten exotischer Früchte und eine charakteristische Säure auf.

 

Synonyme

Die Synonyme für den Welschriesling sind vielfältig und jeweils landesspezifisch, wobei der verbale Bezug zum Riesling sehr oft beibehalten wird. In Ungarn heißt er beispielsweise Olasz, Olasz Risling oder Nemes Olasz Riesling. In einigen Regionen wird er als Petit Riesling, Italienischer Riesling, Petracine oder Meslier/Meslier de Champagne bezeichnet.

 

Speisepaarung

Der fruchtige Welschriesling passt besonders gut zu leichten Speisen - Salaten, kalten Vorspeisen oder Pasta. Auch als Schank- und Sommerwein ist er hervorragend geeignet. In Österreich wird er gern als Gespritzter mit Mineralwasser oder Soda getrunken.